Häufig gestellte Fragen

Wahlarzt & Kosten

Ein Wahlarzt ist ein niedergelassener Arzt ohne direkten Vertrag mit Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung.

Der Name stammt aus dem österreichischen Sozialversicherungsrecht: Versicherte können auch einen Arzt außerhalb des Kassensystems wählen.

In vielen anderen Ländern spricht man vereinfacht von einem Privatarzt oder „private doctor“.

So funktioniert die Bezahlung

  • Eine Untersuchung kostet je nach erforderlichen Leistungen in der Regel zwischen 130 und 160 Euro.
  • Die Behandlung wird nicht über die e-card abgerechnet: Sie bezahlen zunächst selbst und erhalten von uns eine Honorarnote.
  • Die Honorarnote können Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung und – falls vorhanden – bei Ihrer privaten Zusatzversicherung zur Kostenerstattung einreichen.
  • Die Krankenkasse erstattet einen Teil der Kosten; eine Zusatzversicherung übernimmt je nach Vertrag häufig den verbleibenden Betrag. (Mehr dazu unter „Wie läuft die Abrechnung ab?“)

Was sind die Vorteile?

Als Wahlarztpraxis legen wir Wert auf eine rasche Terminvergabe, Wartezeit meist unter 15 Minuten und ausreichend Zeit für eine sorgfältige Untersuchung und Ihre Fragen.

Bei akuten Beschwerden erhalten Sie bei uns noch am selben Tag einen Termin – auch samstags. Bei einem Akuttermin vergehen vom Betreten der Praxis bis zum Abschluss der Untersuchung meist nur etwa 20 bis 30 Minuten.

Viele wichtige Untersuchungen führen wir direkt in unserer Ordination durch, zum Beispiel:

  • Hüftultraschall bei Neugeborenen,
  • EKG,
  • Harnuntersuchungen,
  • Blutbild und CRP aus der Fingerbeere.

Die Ergebnisse liegen dabei oft schon nach wenigen Minuten vor.

Der Hauptvorteil ist finanziell – und hier müssen wir Klartext über Geld reden. Im ersten Lebensjahr sind Sie mit Ihrem Kind im Schnitt sieben- bis zehnmal beim Arzt (Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, Impfungen, kleine Infekte); beim Wahlarzt kommen so schnell über 1.000 € zusammen. Dem gegenüber steht der Beitrag: Eine Kinder-Zusatzversicherung, die Ihnen etwa 2.000 € Wahlarzt-Honorare pro Jahr zurückerstattet, gibt es schon für unter 25 € im Monat (rund 300 € im Jahr).

Dass das für die Versicherung aufgeht, hat einen einfachen Grund: Sie kalkuliert die ersten Jahre bewusst knapp – in der Hoffnung, Sie langfristig als Kunde zu behalten. Und weil Kinder ab etwa dem vierten Lebensjahr seltener krank werden, können Sie später wieder kündigen – oder behalten und wissen, dass Sie bei jeder Sorge unkompliziert vorbeikommen können.

Freie Arztwahl – auch im Ausland

Mit einer Zusatzversicherung gehen Sie zu jedem Wahlarzt in Wien – im ersten Bezirk, in Döbling oder zu uns – und bekommen anschließend Ihr Geld zurückerstattet. Je nach Tarif gilt der Schutz sogar im Ausland: Wird Ihr Kind im Urlaub krank, sind die Privatarztkosten ebenfalls gedeckt.

Worauf Sie beim Tarif achten

Was darüber hinaus abgedeckt ist, hängt vom Tarif ab. Manche erstatten auch Medikamente oder Privatimpfungen – die günstigsten Tarife allerdings nicht.

Die Sonderklasse im Krankenhaus (Privatzimmer, freie Arztwahl) ist ein eigenes Thema: Sie treibt den Beitrag deutlich nach oben, und ob Sie das brauchen, entscheiden Sie selbst – in den meisten Wiener Spitälern sind Sie auch ohne sehr gut versorgt. Für den reinen Wahlarzt-Nutzen genügt daher meist schon ein günstiger Tarif.

Ein Tipp: Sie brauchen dafür keinen Makler – vergleichen Sie die Tarife selbst in Ruhe und zahlen Sie nicht mehr als nötig. Achten Sie dabei auf Selbstbehalt und jährliche Obergrenze sowie darauf, ob Medikamente, Privatimpfungen und Arztkosten im Ausland gedeckt sind.

Sie bezahlen die Untersuchung direkt bei uns und bekommen dafür eine Honorarnote. Die reichen Sie anschließend bei Ihrer Krankenkasse ein – je nach Kasse online, per App, Post oder persönlich (bei der ÖGK etwa über „Meine ÖGK“ mit ID Austria). Dafür haben Sie bis zu 42 Monate Zeit, es eilt also nicht.

Wie viel zurückkommt

Ihre Krankenkasse erstattet rund 80 % des Kassentarifs – also dessen, was sie einem Kassenarzt für dieselbe Leistung gezahlt hätte, nicht 80 % unserer Honorarnote. Weil der Kassentarif niedriger ist als das Wahlarzthonorar, bleibt ein Teil bei Ihnen. Wie viel zurückkommt, hängt davon ab, welche Leistungen bei dem Termin zusammenkommen. Bei einer Vorsorgeuntersuchung sind das in der Regel mehrere, und die Kasse erstattet ihren Anteil für jede einzelne davon. Zwei Beispiele: Bei der Neugeborenen-Untersuchung kommen erfahrungsgemäß rund 55 € zurück, bei der 1. Mutter-Kind-Pass-Untersuchung rund 80 €. Den Rest übernimmt bei vielen Familien die private Zusatzversicherung – oft zur Gänze. (Mehr dazu unter „Welche Vorteile hat eine private Zusatzversicherung?“.)

Akut kranke Kinder sehen wir meistens noch am selben Tag. Planbare Termine wie Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen oder Impfungen bekommen Sie in der Regel innerhalb weniger Tage.

Buchen Sie unkompliziert einen Termin online über unsere Website oder rufen Sie uns unter +43 1 6061088 an und sprechen Sie uns aufs Band.

In aller Regel nicht – Wartezeit meist unter 15 Minuten ist bei uns der Normalfall, nicht die Ausnahme – oft geht es ganz ohne Wartezeit oder nach wenigen Minuten los. Unsere Terminplanung ist genau darauf ausgelegt: Sie sollen mit Ihrem Kind zügig drankommen, volle Wartezimmer vermeiden wir bewusst. Nur an Tagen mit vielen akuten Krankheitsfällen kann es ausnahmsweise etwas länger dauern.

Kommen Sie mit einem Neugeborenen oder jungen Säugling, bekommen Sie von uns bevorzugt einen Termin gleich zu Tagesbeginn – dann ist die Ordination frisch gelüftet, leer und die Ansteckungsgefahr am geringsten (mehr dazu unter „Getrennte Wartebereiche“).

Zu jedem Termin brauchen wir drei Dinge:

  • die e-card Ihres Kindes,
  • den Mutter-Kind-Pass,
  • den Impfpass.

Bei einem Akuttermin genügt zur Not die e-card – kommen Sie lieber schnell als perfekt vorbereitet.

Vor Befundbesprechungen sehr wichtig:

Bei Befundbesprechungen schicken Sie uns alle relevanten Befunde am besten schon einen Tag vorher – per E-Mail an praxis@meinkinderarzt.wien oder als Upload über Ihren Patienten-Account auf Latido – und bringen Sie zum Termin die Befunde im Original mit.

So verlieren wir beim Termin keine Zeit mit Einscannen und Lesen, sondern nutzen sie direkt fürs Besprechen.

Ist Ihr Kind krank, schreiben Sie bei der Terminbuchung bitte kurz ins Kommentarfeld:

  • weshalb Sie kommen und seit wann die Beschwerden bestehen,
  • den höchsten gemessenen Fieberwert,
  • welche Medikamente Ihr Kind zuletzt bekommen hat: Name, Dosis und Uhrzeit,
  • Begleitsymptome: z. B. Husten, Atemprobleme, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen, Ausschlag oder andere Beschwerden.

Beispiel: Seit gestern Fieber, maximal 39,2 °C rektal um 7 Uhr und um 18 Uhr. Um 7:30 Uhr 5 ml Nureflex gegeben. Hustet, trinkt weniger, ist sehr anhänglich.

Ganz unkompliziert – telefonisch unter +43 1 6061088 aufs Band sprechen, per E-Mail an praxis@meinkinderarzt.wien oder bis zum Vortag online in Latido stornieren. Sagen Sie uns möglichst mindestens 24 Stunden vorher Bescheid: Dann können wir den frei gewordenen Platz einem anderen Kind geben, das gerade dringend einen Termin braucht.

Bei einer Absage am selben Tag oder wenn Sie gar nicht kommen, müssen wir ein Ausfallhonorar von 80 € verrechnen – keine Schikane, sondern Schutz der Zeit, die wir exklusiv für Ihr Kind reserviert haben. Und wenn bei Ihnen zu Hause selbst ein Notfall dazwischenkommt, reden wir natürlich menschlich darüber; rufen Sie einfach an.

Wir halten das Ansteckungsrisiko bewusst gering: Kranke und gesunde Kinder warten bei uns in getrennten Wartezimmern. So steckt sich Ihr gesundes Kind beim Mutter-Kind-Pass-Termin nicht am hustenden Sitznachbarn an.

Für die Kleinsten gehen wir noch einen Schritt weiter: Termine für Neugeborene und junge Säuglinge legen wir möglichst an den Tagesbeginn, wenn die Ordination leer und frisch gelüftet ist. Gerade in den ersten Lebensmonaten, bevor die ersten Impfungen greifen, sollen sie mit so wenigen Krankheitserregern wie möglich in Berührung kommen.

Ja – und für vieles ist das sogar der schnellste Weg. Am schnellsten erreichen Sie uns per E-Mail. Gut per E-Mail oder am Telefon klären lassen sich zum Beispiel Rückfragen zu einem Befund oder einer Therapie, Unsicherheiten bei der Dosierung, Verlaufsfragen („seit gestern besser, aber…“) und die Klassiker-Frage „müssen wir damit kommen?“. Genau dafür sind wir da – fragen Sie im Zweifel lieber einmal mehr nach.

So erreichen Sie uns

Schreiben Sie uns eine E-Mail an praxis@meinkinderarzt.wien – am besten mit Namen und Sozialversicherungsnummer Ihres Kindes – oder rufen Sie uns unter +43 1 6061088 an und sprechen Sie uns aufs Band. Wir melden uns meist innerhalb einer halben Stunde; ist es nicht dringend, klären wir es gegen Ordinationsschluss.

Eine ehrliche Grenze

Ein Kind, das wir für eine neue, akute Erkrankung nicht untersucht haben, können wir nicht seriös aus der Ferne behandeln – dafür müssen wir es sehen. Das gilt besonders für Hautausschläge: Die lassen sich per E-Mail oder Telefon nicht zuverlässig beurteilen. Auch Rezepte für neue Beschwerden stellen wir erst nach einem Termin aus; Folgerezepte für bekannte, laufende Therapien sind nach Rücksprache meist unkompliziert möglich.

Nur wenige Schritte entfernt – gleich ums Eck – liegt die Rotenhof-Apotheke, sodass Sie Rezepte gleich nach dem Termin einlösen können.

Nachts sowie an Sonn- und Feiertagen wechseln die diensthabenden Apotheken nach einem fixen Plan. Die aktuell geöffnete Nachtapotheke in Ihrer Nähe finden Sie auf nachtapotheke.wien, über den Nachtdienstkalender der Österreichischen Apothekerkammer oder telefonisch über den Apothekenruf 1455 (der automatische Ansagedienst nennt Ihnen die nächste diensthabende Apotheke).

Ein kleiner Hinweis, damit es an der Tür keine Überraschung gibt: Im Nachtdienst wird eine geringe gesetzliche Bereitschaftsgebühr eingehoben.

In der ersten Lebenswoche nach der Geburt sollten Sie einen Kontrolltermin beim niedergelassenen Kinderarzt ausmachen. Dabei machen wir einen Hüftultraschall, messen den Bilirubinwert schmerzfrei über die Haut (Photometrie) und besprechen die Gewichtsentwicklung.

Der zweite Termin bei uns ist um die 7. Lebenswoche: die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung, der zweite Hüftultraschall, die orthopädische Kontrolle, die dritte Vitamin-K-Gabe und die ersten Impfungen in einem Termin (früher sind Impfungen noch nicht möglich).

Zwei praktische Hinweise: Der vollständige Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ist an die fristgerechten Untersuchungen geknüpft – behalten Sie die Termine also gut im Blick. Eine versäumte Untersuchung lässt sich nicht rückwirkend eintragen; planen Sie sie deshalb rechtzeitig ein. Und außerplanmäßig dürfen Sie jederzeit kommen, wenn Ihr Baby krank wirkt oder Sie sich Sorgen machen.

Diese Warnzeichen gehören rasch abgeklärt – nicht abwarten:

  • Ihr Baby lässt sich zum Trinken kaum noch wecken oder lässt Mahlzeiten aus; oder es schreit auffällig schrill und ist kaum zu beruhigen.
  • Die Gelbfärbung wird von Tag zu Tag kräftiger oder reicht bis auf Bauch, Beine oder Hände und Füße.
  • Zeitkritisch: heller, entfärbter Stuhl (weißlich-lehmfarben) zusammen mit dunklem Urin.

Vereinbaren Sie dann einen Termin – wir messen den Gelbwert (Bilirubin) vor Ort schmerzfrei über die Haut, ganz ohne Stich. Am Telefon lässt sich die Gelbfärbung nicht zuverlässig beurteilen. Bei ausgeprägten Zeichen oder außerhalb unserer Öffnungszeiten fahren Sie direkt in eine Kinderambulanz.

So schätzen Sie es selbst ein: Drücken Sie bei Tageslicht kurz mit dem Finger auf die Haut (Nasenrücken oder Stirn) – die kurz entfärbte Stelle zeigt den Gelbton. Je weiter die Gelbfärbung nach unten reicht (Bauch, Beine, Füße), desto eher zeigen Sie uns Ihr Baby. Eine deutliche Gelbfärbung schon am ersten Lebenstag fällt meist noch in der Geburtsklinik auf; nur bei früher Entlassung oder Hausgeburt müssen Sie selbst darauf achten.

Jenseits dieser Warnzeichen dürfen Sie beruhigt sein: Die meisten Neugeborenen werden in den ersten Lebenstagen ein wenig gelb – das ist in aller Regel harmlos und geht von selbst wieder weg. Etwa jedes zweite reif geborene Baby zeigt eine sichtbare Gelbfärbung. Zur Orientierung: Diese normale Neugeborenengelbsucht beginnt meist am 2.–3. Lebenstag. Um den 4.–5. Tag erreicht sie ihren Höhepunkt. Bis etwa zum 10.–14. Tag klingt sie ab.

Gestillte Babys sind manchmal länger und stärker gelb – eine solche „Muttermilch-Gelbsucht" kann harmlos mehrere Wochen anhalten. Wichtig ist dann vor allem, dass Ihr Baby oft und gut trinkt, gut zunimmt und normal gefärbten (gelb-senffarbenen) Stuhl hat – nicht weißlich oder entfärbt. Je mehr es trinkt und ausscheidet, desto schneller wird das Bilirubin abgebaut. Abstillen ist fast nie nötig – im Gegenteil, häufiges Anlegen hilft. Ist Ihr Baby nach etwa zwei Wochen noch deutlich gelb, lassen Sie es einmal in Ruhe bei uns anschauen – kein Notfall, sondern um sicherzugehen, dass die Stuhlfarbe normal ist und keine seltenere Ursache dahintersteckt.

Was Sie NICHT tun sollten: Ihr Baby zur Behandlung ins Sonnenlicht legen. Das wird oft empfohlen, ist aber weder wirksam noch sicher. Es drohen Sonnenbrand, Überhitzung und Flüssigkeitsverlust – und hinter Fensterglas wirkt das Licht ohnehin nicht. Die eigentliche Behandlung ist eine spezielle Lichttherapie ab bestimmten Blutwerten. Sie findet, wenn nötig, kontrolliert in der Klinik statt.

Warum passiert das überhaupt? Nach der Geburt baut der Körper das „alte" Blut aus der Schwangerschaft ab. Dabei entsteht der gelbe Farbstoff Bilirubin. Die noch unreife Leber kommt mit dem Abbau anfangs nicht ganz hinterher. Das Bilirubin sammelt sich, und Haut und das Weiße der Augen färben sich gelb.

Und warum die Warnzeichen ernst sind: Sehr hohe Bilirubinwerte können in seltenen Fällen dem Gehirn schaden. Deshalb wird der Wert bei Bedarf gemessen – in der Geburtsklinik oft schmerzfrei über die Haut – und rechtzeitig behandelt. Dass schwere Verläufe heute sehr selten sind, liegt genau an diesem frühen Hinschauen. Der helle Stuhl mit dunklem Urin ist ein eigenes, zeitkritisches Warnzeichen: Dahinter kann eine Erkrankung der Gallenwege stecken, die früh erkannt werden muss.

In Österreich wird die Gelbsucht rund um die Geburt und bei den ersten Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen im Blick behalten. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Baby „zu gelb" ist oder zu wenig trinkt, vereinbaren Sie lieber einmal zu viel einen Termin – wir messen den Wert vor Ort schmerzfrei über die Haut. Am Telefon lässt sich die Gelbfärbung nicht verlässlich beurteilen.

Das Wichtigste zuerst

Ab der zweiten Lebenswoche bekommt Ihr Baby täglich Vitamin D:

1 Tropfen Oleovit D3 = 400 IE, einmal am Tag.

Das gilt für gestillte Babys genauso wie für Kinder mit Säuglingsnahrung.

So geben Sie den Tropfen

Direkt in den Mund oder auf einen kleinen Löffel mit etwas Milch oder Wasser – nicht in die ganze Flasche mischen (sonst bleibt unklar, wie viel Ihr Baby bekommen hat). Geben Sie ihn jeden Tag, das ganze Jahr über – auch im Sommer.

Verwenden Sie nur ein Vitamin-D-Präparat und prüfen Sie die Dosierung auf der Packung – verschiedene Tropfen enthalten unterschiedlich viel.

Wie lange?

Bis zum zweiten erlebten Frühsommer, je nach Geburtsmonat etwa 12 bis 18 Monate:

  • im Frühling oder Sommer geboren: meist etwa 12 Monate,
  • im Herbst oder Winter geboren: meist etwa 18 Monate.

Wann Sie aufhören, besprechen wir bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen.

Wann eine andere Dosis?

Ab dem 1. Geburtstag empfehlen wir in den Wintermonaten (etwa Oktober bis März) 2 Tropfen (800 IE) pro Tag; im Sommer genügt die Sonne.

Darüber hinaus brauchen manche Kinder auch sonst mehr – etwa bestimmte Frühgeborene oder Kinder mit erhöhtem Mangelrisiko. Diese Dosis vereinbaren wir einzeln mit Ihnen. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Warum überhaupt?

Vitamin D bringt Kalzium in die Knochen. Fehlt es stark, bleiben die Knochen weich – das nennt man Rachitis. Muttermilch und Säuglingsnahrung allein decken den Bedarf nicht zuverlässig, und in die direkte Sonne soll ein Baby nicht. Der tägliche Tropfen schützt deshalb sicher.

Rezept

Oleovit D3 gibt es in Österreich nur auf Rezept – das bekommen Sie bei uns.

Die kurze Antwort: Die meisten Ausschläge in den ersten Lebenswochen sind völlig harmlos und verschwinden von selbst – ohne Creme, ohne Behandlung. Dazu gehören Babyakne, das „Neugeborenen-Exanthem" und kleine weiße Grießkörnchen. Sie müssen meist nur beobachten und abwarten.

Babyakne (neonatale Akne) zeigt sich als kleine rote Pickelchen oder Pusteln an Wangen, Stirn und Nase, oft ab der 2.–4. Lebenswoche. Ursache sind Hormone – nicht falsche Ernährung oder Ihre Pflege. Sie heilt von selbst ab, meist innerhalb weniger Wochen. Bitte nicht ausdrücken und keine Aknemittel für Erwachsene verwenden.

Das Neugeborenen-Exanthem (Erythema toxicum) betrifft rund die Hälfte aller reifen Neugeborenen und tritt in den ersten Lebenstagen auf. Typisch sind gerötete Flecken mit einem gelblichen Pünktchen in der Mitte, „wie Flohstiche". Es ist harmlos und verschwindet nach wenigen Tagen.

Hitzepickelchen (Miliaria) sind kleine rote oder klare Bläschen, wenn dem Baby zu warm ist. Hier hilft: nicht überwärmen, eine Schicht weniger anziehen, den Raum nicht zu heiß halten (siehe Frage zur Raumtemperatur).

Milien (Grießkörner) sind winzige weiße Pünktchen an Nase und Wangen – sie gehen von allein weg.

Was Sie tun können: In aller Regel nichts außer sanfter Pflege – mild waschen, nicht schrubben, nicht ausdrücken, nicht überwärmen. Fast alles davon reguliert sich mit der Zeit von selbst.

Wann Sie NICHT abwarten sollten: Wenn Ihr Baby Bläschen bekommt und dabei krank wirkt – schlapp, trinkschwach, Fieber –, lassen Sie das bitte umgehend ärztlich abklären. Dasselbe gilt, wenn gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund auftreten. Bei ganz jungen Säuglingen kann dahinter eine Infektion stecken, zum Beispiel mit Herpesviren, die schnell behandelt gehört. Fieber muss dabei nicht immer vorhanden sein. Ebenfalls abklären lassen: kleine punktförmige Einblutungen, die sich nicht wegdrücken lassen (Petechien), oder ein ausgedehnter Ausschlag mit deutlichem Krankheitsgefühl.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Ausschlag harmlos ist: Vereinbaren Sie im Zweifel einen Termin und kommen Sie vorbei – einen Ausschlag können wir nur zuverlässig beurteilen, wenn wir ihn sehen. Gerade bei jungen Säuglingen schauen wir lieber einmal mehr.

Kurz gesagt: Was die meisten Eltern als „Milchschorf" bezeichnen, ist meist Kopfgneis (seborrhoisches Ekzem) – gelblich-fettige, festhaftende Schuppen und Krusten auf der Kopfhaut, manchmal mit leichter Rötung. Das ist harmlos, juckt nicht und verschwindet von selbst. Ihr Baby fühlt sich dabei wohl. Kopfgneis beginnt oft in den ersten Lebenswochen und wächst sich über Wochen bis Monate aus.

Echter „Milchschorf" im engeren Sinn sieht ähnlich aus, ist aber nicht dasselbe. Er kann das erste Zeichen einer Neurodermitis sein: gerötete, nässende, juckende Stellen, oft an den Wangen. Das Baby ist dabei quengelig und unruhig.

Beim Kopfgneis brauchen Sie wenig zu tun. Sie müssen die Schuppen nicht entfernen. Wenn sie Sie stören, lösen Sie sie sanft: Tragen Sie am Abend etwas Öl auf die Schuppen auf, zum Beispiel ein mildes Baby- oder Pflanzenöl, und lassen Sie es einwirken. Am nächsten Tag lösen Sie die aufgeweichten Schuppen vorsichtig mit einem weichen Bürstchen oder Waschlappen und milder Wäsche. Bitte kratzen Sie die Krusten nicht gewaltsam ab – das verletzt die Haut und kann Entzündungen begünstigen. Ansonsten hilft Geduld: Kopfgneis ist rein kosmetisch. Auch wenn Sie gar nichts tun, verschwindet er mit der Zeit.

Wann in die Ordination? Wenn die Stellen nässen, stark gerötet sind, jucken oder sich Ihr Baby daran kratzt oder unruhig ist – dann schauen wir, ob eine Neurodermitis dahintersteckt. Die lässt sich mit der richtigen, rückfettenden Basispflege gut in den Griff bekommen. Kommen Sie auch dann einfach vorbei, wenn sich der Kopfgneis stark ausbreitet, entzündet aussieht oder Sie unsicher sind.

Zum Hintergrund: Kopfgneis hat nichts mit Milch, Ernährung oder mangelnder Hygiene zu tun. Der Name „Milchschorf" ist nur historisch.

Das Wichtigste vorweg: Der Nabelstumpf braucht vor allem eines – trocken und sauber bleiben. Sie müssen nichts desinfizieren. Er trocknet in den ersten Tagen ein und fällt meist innerhalb von etwa 1–2 Wochen von selbst ab; die Spanne reicht von wenigen Tagen bis rund drei Wochen. Ein leichter Geruch beim Abtrocknen ist normal. Erst ein starker, fauliger Geruch ist ein Warnzeichen (siehe unten).

So pflegen Sie den Nabel: - Trocken halten: Schlagen Sie den Windelrand nach vorne um, sodass der Stumpf frei liegt und nicht in der feuchten Windel steckt. - Sauber halten: Vor dem Anfassen die Hände waschen. Wird der Stumpf schmutzig, reinigen Sie ihn mit lauwarmem Wasser und tupfen ihn vorsichtig trocken – nicht rubbeln. - Kein Puder, kein Öl, keine Salbe auf den Stumpf – feuchte Auflagen begünstigen eher Entzündungen. - Baden: In den ersten Tagen genügt Waschen mit dem Waschlappen. Kurzes Baden ist in Ordnung, wenn Sie den Nabel danach gut abtrocknen; er sollte nicht ständig aufweichen. (Zum Baden gibt es eine eigene Frage.) - Von selbst abfallen lassen: Bitte nicht daran ziehen oder nachhelfen, auch wenn er nur noch an einem Faden zu hängen scheint.

Warnzeichen – bitte rasch abklären lassen, wenn die Haut rund um den Nabel gerötet, geschwollen, verhärtet oder warm ist. Ebenso, wenn Eiter austritt oder es übel riecht. Auch dann, wenn Ihr Baby Fieber bekommt, schlecht trinkt oder auffällig schlapp wirkt. Das kann eine Nabelentzündung (Omphalitis) sein. Sie ist selten, kann sich aber rasch ausbreiten und gehört noch am selben Tag in ärztliche Hände. Bekommt ein Säugling unter 3 Monaten dabei Fieber ab 38,0 °C (rektal), gilt ohnehin: sofort abklären, auch nachts. Warten Sie dann nicht bis zum nächsten Tag (siehe Fieber-Frage).

Wieder normal baden nach dem Abfallen: Sobald der Stumpf abgefallen und die Stelle trocken ist, können Sie Ihr Kind wieder normal baden. Eine kleine feuchte oder krustige Stelle in den ersten Tagen danach ist normal — halten Sie den Nabel weiter sauber und trocken. Bei Rötung, Nässen oder fauligem Geruch bitte bei uns melden.

Noch nicht abgefallen nach drei Wochen? Meist ist auch das harmlos – wir schauen es bei der nächsten Untersuchung an oder Sie kommen kurz vorbei.

Zwei harmlose Dinge zum Einordnen: Bleibt nach dem Abfallen ein kleiner rötlicher, nässender Knoten zurück (Nabelgranulom), lässt sich das einfach in der Ordination behandeln. Eine weiche Vorwölbung, die beim Schreien hervortritt (Nabelbruch), ist keine Entzündung – sie bildet sich meist in den ersten Lebensjahren von selbst zurück.

Kurz gesagt: Viele Babys bekommen in den ersten Monaten einen etwas abgeflachten oder asymmetrischen Hinterkopf. Der Grund: Sie liegen viel auf dem Rücken und haben oft eine Lieblingsseite. Das ist meist harmlos und gut zu beeinflussen. Mit zunehmender Beweglichkeit bessert es sich von selbst. Am besten wirken Bauchlage im Wachen und Umlagern.

Was Sie tun können: Legen Sie Ihr Baby mehrmals täglich im wachen, beaufsichtigten Zustand auf den Bauch („Tummy Time"). Das kräftigt Nacken und Rücken und entlastet den Hinterkopf. Zum Schlafen bleibt Ihr Baby auf dem Rücken. Wechseln Sie außerdem die Kopfseite im Bett. Bieten Sie interessante Dinge – Licht, Fenster, Ihr Gesicht – abwechselnd von beiden Seiten an. Variieren Sie auch die Seite beim Tragen und Füttern. Und lassen Sie Ihr Baby weniger Zeit in Liegeschalen, Wippen und Autositzen verbringen, wenn es nicht nötig ist – dort drückt der Kopf immer an derselben Stelle.

Wann Sie es ärztlich anschauen lassen sollten: Kommen Sie zu uns, wenn die Lieblingsseite sehr fixiert ist und Ihr Baby den Kopf nicht gut zur anderen Seite drehen kann. Dahinter kann ein verkürzter Halsmuskel (muskulärer Schiefhals) stecken. Der lässt sich mit früher Physiotherapie meist gut behandeln. Fachärztlich abklären lassen sollten Sie es auch, wenn die Verformung sich trotz Umlagern nicht bessert oder schlechter wird. Gleiches gilt, wenn Sie eine knöcherne Leiste am Kopf tasten oder die Kopfform ungewöhnlich wirkt – sehr selten schließt sich eine Schädelnaht zu früh – eine Kraniosynostose. Ebenso gehört ein auffällig asymmetrisches Gesicht angeschaut.

Braucht mein Baby einen Helm? In den allermeisten Fällen nein. Studien zeigen: Eine Helmtherapie bringt bei mittelgradigen Verformungen keinen besseren Erfolg als der natürliche Verlauf mit Umlagern – dafür ist sie aufwendig und belastend. Nur bei ausgeprägten Fällen wird sie im Spezialzentrum überhaupt erwogen.

Warum passiert das überhaupt? Seit Babys zum Schlafen auf den Rücken gelegt werden, ist der plötzliche Kindstod stark zurückgegangen – ein großer Gewinn. Ein Nebeneffekt: Der weiche Babykopf kann durch den Druck etwas flacher werden. Wichtig: Das ist kein Grund, von der Rückenlage abzuweichen – die bleibt zum Schlafen richtig. Der Kopf lässt sich anders formen.

Der Kopfumfang wird ohnehin bei jeder Mutter-Kind-Pass-Untersuchung gemessen. Bei Unsicherheit schauen wir uns Kopfform und Beweglichkeit gern gemeinsam an.

Die kurze Antwort vorweg: Im Säuglingsalter ist erstaunlich viel normal — Farbe und Takt dürfen bunt und unregelmäßig sein. Einige wenige Farb-Warnzeichen müssen Sie kennen; die stehen weiter unten klar benannt.

Der erste Stuhl (Mekonium) ist zäh, klebrig und fast schwarz. Er sollte in den ersten ein bis zwei Tagen nach der Geburt kommen. Danach folgt für ein bis zwei Wochen ein grünlicher Übergangsstuhl. Später ist der Stuhl bei Stillkindern gelb bis senffarben, oft körnig und weich; bei Flaschenkindern fester und hellbraun. Auch grüne, schleimige oder farblich schwankende Stühle sind meist harmlos. Sie hängen mit der Nahrung und dem Verdauungstempo zusammen.

Die Häufigkeit darf ebenso schwanken. Ein voll gestilltes Baby kann von mehrmals täglich bis — in manchen Fällen — nur einmal in ein bis zwei Wochen alles zeigen. Solange es gut trinkt, gedeiht und der Stuhl weich ist, ist das kein Grund zur Sorge (ein Erfahrungswert, keine starre Regel).

Ein Warnzeichen steht über allen anderen und gehört sofort abgeklärt, ohne Abwarten: ein weißer oder entfärbter (heller, lehmfarbener) Stuhl. Er kann auf ein Problem der Gallenwege hinweisen (Gallengangatresie) und ist zeitkritisch — je früher es erkannt wird, desto besser lässt es sich behandeln. Fotografieren Sie den Stuhl im Zweifel bei Tageslicht, damit wir die Farbe beurteilen können. Kommen Sie noch am selben Tag zu uns oder in eine Kinderambulanz. Wichtig: Ein einzelner normaler Stuhl schließt das Problem nicht sicher aus — achten Sie über etwa eine Woche auf die Farbe.

Ebenfalls rasch abklären gehören: Blut im Stuhl. Ein schwarzer, teerartiger Stuhl nach den ersten Lebenstagen — er kann auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hinweisen. Nicht zu verwechseln mit dem normalen schwarzen Mekonium der ersten ein bis zwei Tage. Harter Stuhl in Knödelform mit Schmerzen (Verstopfung). Und: Bleibt das Mekonium beim reif geborenen Kind über 48 Stunden hinaus ganz aus, gehört auch das abgeklärt. Dabei geht es unter anderem darum, eine angeborene Darmnervenstörung (Morbus Hirschsprung) auszuschließen. Siehe auch die Frage zur Verstopfung.

Entscheidend sind also ein weicher Stuhl und ein zufriedenes, gut gedeihendes Kind — und die genannten Warnzeichen, bei denen Sie nicht abwarten. Im Zweifel melden Sie sich bei uns.

Die kurze Antwort: Tagsüber ist eine normale Wohnraumtemperatur von rund 20 °C angenehm. Der Schlafraum darf ruhig kühler sein, etwa 18–20 °C. Wichtiger als das genaue Thermometer ist, dass Sie Ihr Baby nicht zu warm anziehen oder zudecken – lieber leicht kühler als zu warm.

So erkennen Sie, ob es Ihrem Baby zu warm ist: Fühlen Sie im Nacken oder am Rücken zwischen den Schulterblättern. Die Haut soll sich dort warm, aber nicht verschwitzt anfühlen. Hände und Füße sind bei Babys von Natur aus kühler und deshalb kein verlässlicher Anhaltspunkt. Kalte Händchen bedeuten nicht, dass Ihrem Baby kalt ist. Zu warm ist es, wenn Ihr Baby schwitzt, feuchtes Haar im Nacken hat, die Haut am Körper heiß oder gerötet ist oder es Hitzepickelchen bekommt.

Für die Kleidung gilt eine einfache Faustregel: Ihr Baby braucht höchstens eine Schicht mehr als Sie selbst im gleichen Raum – oft nicht einmal das. Zum Schlafen gehört es in einen Schlafsack statt unter eine Decke. Und keine Mütze im Zimmer: Über den Kopf gibt das Baby Wärme ab. Eine Mütze drinnen staut diese Wärme und überwärmt. Mützen sind für draußen.

Warum eher kühler? Überwärmung ist einer der Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Ein zu warm eingepacktes oder zu heiß gelagertes Baby ist gefährdeter als ein kühler gehaltenes. Deshalb: Schlafzimmer eher frisch, Schlafsack statt dicker Decke. Details dazu finden Sie in unserer Frage zum sicheren Schlafen.

Noch praktisch: Lüften Sie regelmäßig. Lassen Sie die Luft nicht zu trocken werden – in der Heizperiode gern befeuchten. Vermeiden Sie direkte Heizungs- oder Sonnenhitze am Bett. Frühgeborene und sehr kleine Babys kühlen und überwärmen schneller – bei ihnen sprechen wir die Details individuell durch.

Ein verbreiteter Irrtum ist, ein Baby müsse es „schön kuschelig warm“ haben. Das Gegenteil stimmt: Zu warm ist ein Risiko, angenehm-kühl ist sicher.

Kurz gesagt: Ja. Gesunde, reif geborene Babys dürfen grundsätzlich fliegen – ein festes medizinisches Mindestalter gibt es nicht. Für den Druckausgleich in den Ohren gilt eine einfache, wirksame Regel: Lassen Sie Ihr Baby beim Start und bei der Landung saugen oder trinken – an der Brust, am Fläschchen oder am Schnuller. Das Schlucken öffnet die Ohrtrompete und gleicht den Druck aus.

So klappt der Druckausgleich: Geben Sie Ihrem Baby beim Steig- und Sinkflug etwas zum Saugen – Brust, Fläschchen oder Schnuller. Das gilt für den Start und vor allem für die Landung. Halten Sie Ihr Baby dabei wach. Wach gelingt der Ausgleich besser als im Tiefschlaf. Spezielle Ohrstöpsel sind nicht nötig; sie helfen beim Druckausgleich nicht. Entscheidend ist das Schlucken – es ist der natürliche Druckausgleich.

Ab wann? Medizinisch spricht bei einem gesunden Reifgeborenen nichts Grundsätzliches dagegen. Allerdings setzen Fluglinien eigene Altersgrenzen – oft erst ab einigen Tagen bis zwei Wochen. Aus kinderärztlicher Sicht ist es zudem sinnvoll, mit ganz jungen Neugeborenen ohne Not noch etwas zu warten. Der Grund: das noch unreife Immunsystem und die vielen Menschen an Bord. Bei sehr jungen Säuglingen sprechen Sie den Flug am besten kurz mit uns durch.

Wenn Ihr Baby erkältet ist: Bei Schnupfen und besonders bei einer Mittelohrentzündung ist die Ohrtrompete geschwollen. Der Druckausgleich kann dann schmerzhaft sein. Besprechen Sie den Flug bei einem akuten Infekt oder einer akuten Mittelohrentzündung deshalb bitte vorher mit uns; manchmal ist es besser, ihn zu verschieben. Abschwellende Nasentropfen geben Sie nur nach Rücksprache und in der passenden Säuglingsdosis. Keine ätherischen Öle bei Babys.

An Bord: Die Kabinenluft ist trocken. Bieten Sie Ihrem Baby deshalb immer wieder die Brust oder Flüssigkeit an, damit es nicht austrocknet. Meiden Sie engen Kontakt zu sichtlich kranken Mitreisenden.

Frühgeborene oder Babys mit Herz-/Lungenerkrankungen sollten vor einer Flugreise immer ärztlich beraten werden. In der Kabine ist der Sauerstoffgehalt niedriger.

Das Wichtigste vorweg: Das verlässlichste Zeichen ist, dass Ihr Baby stetig zunimmt und entlang seiner Wachstumskurve wächst – das prüfen wir bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen. Alle anderen Zeichen (nasse Windeln, ein zufriedenes Kind) sind hilfreiche Faustregeln. Der eigentliche Maßstab bleibt die Waage bzw. die Wachstumskurve.

Woran Sie zu Hause sehen, dass genug ankommt

Ab dem 4.–5. Lebenstag hat Ihr Baby etwa fünf bis sechs nasse Windeln pro Tag, der Urin ist hell. Nach dem Trinken wirkt es zufrieden und entspannt, es schluckt hörbar, und die Brust fühlt sich danach weicher an. Auch das gehört zum normalen Start: Zu Beginn nimmt fast jedes Baby ab – bis etwa 7 % des Geburtsgewichts in den ersten Tagen sind normal. Das Geburtsgewicht sollte in der Regel innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen wieder erreicht sein.

Wie oft ist normal?

Stillen Sie nach Bedarf, Tag und Nacht. In den ersten Wochen sind das oft 8 bis 12 Mahlzeiten in 24 Stunden. Dass Ihr Baby manchmal in kurzen Abständen immer wieder trinken will (besonders abends, sogenanntes Cluster-Feeding), ist völlig normal und kein Zeichen für zu wenig Milch – es kurbelt die Milchbildung an.

Hunger früh erkennen: Ihr Baby zeigt Hunger, bevor es schreit. Es sucht mit dem Mund, führt die Hände zum Mund, schmatzt oder wird unruhig. Schreien ist ein spätes Hungerzeichen. Wenn Sie früh anlegen, klappt das Trinken meist ruhiger.

Rasch vorstellen

Stellen Sie Ihr Baby rasch vor, wenn es ab dem 5. Tag deutlich weniger als vier bis fünf nasse Windeln pro Tag hat oder der Urin sehr dunkel/konzentriert ist. Ebenso, wenn es sein Geburtsgewicht nach etwa zwei bis drei Wochen nicht wieder erreicht hat oder weiter abnimmt. Auch wenn Ihr Baby auffällig schläfrig, schwer weckbar oder trinkschwach ist, gehört es rasch zu uns. Dasselbe gilt bei Zeichen von Austrocknung (trockener Mund, eingesunkene Fontanelle, keine Tränen) oder einer zunehmenden Gelbfärbung der Haut. Und bei jeder Unsicherheit über die Milchmenge lassen Sie sich gern in der Ordination beraten (Stillberatung, Wiegen).

Kurz gesagt: Füttern Sie nach Bedarf, nicht nach Tabelle. Ein gesundes Baby kann seinen Bedarf in gewissen Grenzen selbst steuern – die wichtigsten Wegweiser sind seine Hunger- und Sättigungszeichen und die Gewichtsentwicklung, die wir bei den Untersuchungen mitverfolgen. Zwingen Sie Ihr Kind nie, die Flasche „auszutrinken“.

Und wie viel ist das ungefähr?

Als ganz grobe Faustregel (nicht als feste Vorgabe): Tagesmenge etwa ein Sechstel des Körpergewichts – bei rund 4.800 g also ungefähr 800 ml über den Tag verteilt. Genauso hilfreich sind die Richtwerte auf der Packung. Beide sind nur Orientierung. Ob die Menge stimmt, zeigt Ihnen nicht die Skala am Fläschchen, sondern ein zufriedenes, gut gedeihendes Kind mit ausreichend nassen Windeln.

Babygerecht füttern (Paced Feeding)

An der Flasche läuft die Milch von allein – anders als an der Brust, wo Ihr Baby den Fluss selbst steuert. Das verleitet zum Überfüttern. Halten Sie Ihr Baby daher halb aufrecht und die Flasche eher waagrecht, sodass der Sauger nur locker gefüllt ist, legen Sie Pausen ein und achten Sie auf Sättigungszeichen (Nachlassen, Wegdrehen, entspannte Fäuste). Hören Sie auf, wenn Ihr Baby satt wirkt – nie „die Flasche leer machen“.

Welche Nahrung – Prä, 1er oder 2er?

  • Pre-Nahrung: enthält – wie Muttermilch – als einzigen Zucker Laktose, ist dünnflüssig und lässt sich nach Bedarf füttern. Sie ist von Geburt an und für das ganze erste Lebensjahr geeignet.
  • 1er-Nahrung: darf zusätzlich Stärke enthalten, wird dadurch sämiger und als „sättigender“ beworben. Nötig ist sie nicht.
  • 2er-Nahrung (Folgemilch): frühestens ab Beikost. Ein Umstieg ist nicht notwendig – Folgemilch bringt keinen belegten Vorteil, und den leicht erhöhten Eisenbedarf im zweiten Halbjahr deckt eisenreiche Beikost.

Unser Rat: Bleiben Sie ruhig durchgehend bei einer Pre-Nahrung – Sie müssen nicht „hochwechseln“. Auch bei familiärer Allergie-Veranlagung brauchen Sie keine spezielle Nahrung: HA-Nahrung beugt Allergien nach heutigem Wissensstand nicht vor (Näheres unter „Braucht mein Baby HA-Nahrung?“).

Zubereitung sicher

  • Milchpulver ist nicht keimfrei – frisch zubereiten, kurz vor der Mahlzeit, Reste wegschütten, nicht warmhalten.
  • Genau nach Anleitung dosieren: Messlöffel abstreifen, nicht überdosieren und die Nahrung nie mit Wasser strecken (zu dünn kann gefährlich sein, zu dick belastet die Nieren).
  • Verwenden Sie frisches, abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser. In den ersten Monaten Fläschchen und Sauger gut reinigen/auskochen. (International empfiehlt die WHO, das Pulver mit mindestens 70 °C heißem Wasser anzurühren, um seltene Keime abzutöten – besonders bei Früh- und kranken Neugeborenen. Für reife, gesunde Babys genügt im deutschsprachigen Raum abgekochtes, auf Trinktemperatur abgekühltes Wasser, wenn sofort gefüttert wird.)

Die kurze Antwort: Ja, für die meisten Babys stimmt der Spruch. Dass ein Säugling nach dem Trinken kleine Mengen Milch wieder herauslaufen lässt (spuckt), ist meist völlig harmlos – solange Ihr Kind dabei gut gedeiht, zufrieden ist und normal trinkt. Ein „Speikind“, das prächtig zunimmt, ist ein gesundes Kind. Damit Sie das sicher einordnen können, zuerst die Zeichen, die nicht mehr zum gewöhnlichen Speien gehören.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) bei grünem (galligem) oder blutigem Erbrechen (möglicher Darmverschluss) oder wenn Ihr Kind zunehmend teilnahmslos/schwer erweckbar wird.

Rasch in die Ordination oder Kinderambulanz

Wenn Ihr Baby:

  • schwallartig „im hohen Bogen“ erbricht, vor allem im Alter von etwa 2 bis 8 Wochen (kann auf eine Verengung des Magenausgangs hindeuten);
  • schlecht zunimmt oder abnimmt, die Nahrung verweigert oder beim Füttern deutlich Schmerzen zeigt;
  • unter drei Monaten wiederholt erbricht;
  • Fieber, auffällige Schläfrigkeit oder Austrocknungszeichen zeigt;
  • oder wenn das Erbrechen erst nach dem 6. Monat neu beginnt oder über den 12.–18. Lebensmonat hinaus weiter zunimmt.

So erkennen Sie harmloses Speien

Speien ist nicht dasselbe wie Erbrechen. Beim Speien laufen kleine Mengen eher passiv heraus, und das Baby bleibt unbeeindruckt. Echtes Erbrechen ist schwallartiger, größer in der Menge, und das Kind wirkt dabei angestrengt oder krank.

Was im Alltag hilft (bei harmlosem Spucken)

  • Kleinere, dafür häufigere Mahlzeiten und nicht überfüttern.
  • Gründlich aufstoßen lassen und Ihr Baby nach dem Trinken eine Weile aufrecht halten – aber nur, solange es wach ist.
  • Bei Flaschenkindern kann eine angedickte („Anti-Reflux“-)Nahrung das sichtbare Spucken verringern – das aber bitte nur nach Rücksprache mit uns.

Wichtig zum Schlafen

Legen Sie Ihr Baby trotz Spuckens immer auf den Rücken schlafen. Bauch- oder Seitenlage oder ein hochgestelltes Kopfende bringen gegen Reflux nichts und erhöhen das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Aufrecht halten gilt nur im wachen Zustand nach dem Füttern. (Mehr unter „Sicher schlafen“.)

Warum passiert das überhaupt?

Der Schließmuskel am Mageneingang ist bei Babys noch unreif, die Nahrung ist flüssig, und die Kleinen liegen viel – da rutscht leicht etwas zurück. Rund die Hälfte aller gesunden Säuglinge spuckt regelmäßig, am meisten um den vierten Monat. Danach wird es weniger: Bei etwa neun von zehn Kindern verwächst es sich bis zum ersten Geburtstag, wenn das Baby aufrechter sitzt und festere Kost bekommt. Kurz: Das fröhliche Speikind, das gedeiht, dürfen Sie gelassen nehmen – aber galliges/blutiges oder schwallartiges Erbrechen und ein Kind, das nicht mehr zunimmt, sind etwas anderes.

Nach heutigem Wissensstand nein – auch nicht für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko (Allergien in der Familie).

Was tatsächlich vor Allergien schützt

Der beste bekannte Schutz bleibt das Stillen. Ist Stillen nicht oder nicht vollständig möglich, bekommt Ihr Kind – auch bei erhöhtem Risiko – eine ganz normale Säuglingsanfangsnahrung (Pre) wie jedes andere Kind.

Was wirklich vorbeugt, ist nicht die Wahl der Milch, sondern die regelmäßige Einführung der typischen Allergene ab Beikostbeginn:

  • durcherhitztes Ei,
  • Fisch,
  • Erdnuss in weicher Form (Mus/Butter) – niemals ganze Nüsse (Erstickungsgefahr).

Wie das praktisch geht, lesen Sie unter „Womit fange ich bei der Beikost an?“.

Ein ganz anderer Fall: die schon bestehende Kuhmilchallergie

Ist eine Kuhmilcheiweiß-Allergie bereits diagnostiziert, verordnen wir gezielt eine stark aufgespaltene (extensiv hydrolysierte) oder eine Aminosäuren-Nahrung. Das ist eine Behandlung, keine Vorbeugung – und gehört in ärztliche Hand.

Kurz gesagt: Beikost kann zwischen dem vierten und sechsten Monat begonnen werden. Wir empfehlen, sich ab etwa fünf Monaten vorsichtig heranzutasten (erste Löffelversuche) und spätestens mit sechs Monaten eine Breimahlzeit fix einzuführen. Wichtiger als der Kalender sind aber die Reifezeichen Ihres Kindes.

Woran Sie die Bereitschaft erkennen (die Reifezeichen)

Ihr Kind sitzt mit Unterstützung und hält den Kopf sicher. Der Zungenstoßreflex ist zurückgegangen – Ihr Kind schiebt also nicht automatisch alles wieder aus dem Mund. Und Ihr Kind greift gezielt nach Essen, führt es zum Mund und zeigt Interesse, wenn die Familie isst. Sind diese Zeichen zusammen da, ist Ihr Kind bereit. Ein einzelnes Zeichen (etwa nur Interesse) reicht noch nicht – Neugier allein ist kein Hunger auf Brei.

Zu früh ist ungünstig

Vor etwa dem vierten Monat ist ein Baby noch nicht so weit – Nieren, Verdauung und die Mundmotorik brauchen diese Zeit.

Wichtig zu wissen

Beikost heißt Bei-Kost, nicht Ersatzkost. Muttermilch oder Pre-Nahrung bleiben zunächst die Hauptnahrung, der Brei kommt einfach dazu. Der erste Löffel bedeutet nicht das Ende des Stillens – Sie dürfen so lange weiterstillen, wie Sie und Ihr Kind möchten.

In die Ordination

Bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen schauen wir uns die Entwicklung ohnehin an und besprechen den passenden Beikoststart gern individuell. Besonders, wenn Ihr Kind zu früh geboren wurde – dann zählt eher das korrigierte Alter.

Die kurze Antwort: Am besten mit einem milden Gemüse zur Mittagsmahlzeit. Karotte, Pastinake oder Kürbis eignen sich gut – sie sind weich, süßlich und bekömmlich. Danach folgt wie gewohnt die Milch. Nach und nach kommen eine Nachmittags-/Abend- und eine Morgenmahlzeit dazu. Sie müssen nicht streng jede Woche ein neues Gemüse einführen.

Später wird aus dem reinen Gemüse ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Das Fleisch (oder eine Eisenquelle) ist wichtig, weil der Eisenbedarf ab dem 6. Monat steigt.

Drei Grundregeln fürs erste Jahr

  • kein Zucker im Getreide- oder Obstbrei;
  • kein zugesetztes Salz – die Nieren sind dafür noch nicht reif;
  • kein Honig – er kann einen Säuglingsbotulismus auslösen (Näheres unter „Ab wann Honig, Salz und Gewürze?“).

Allergene nicht meiden

Meiden Sie die klassischen Allergene nicht. Durcherhitztes Ei und Fisch (bitte gut entgrätet) gehören ab Beikostbeginn regelmäßig dazu. Das beugt einer Allergie eher vor, als dass es sie auslöst. Auch Erdnuss muss nicht gemieden werden und darf von Beginn der Beikost an dabei sein – aber nur in weicher Form, etwa als glattes Erdnussmus, dünn verstrichen oder in den Brei gerührt.

Sicher vor dem Verschlucken

  • Ganze Nüsse und Popcorn gibt es bis zum 5. Geburtstag gar nicht – sie lassen sich durch Zerkleinern nicht zuverlässig sicher machen.
  • Harte, glatte oder runde Stücke wie rohe Karotte, ganze Weintrauben, Kirschtomaten oder harte Bonbons gibt es mindestens bis zum 4. Geburtstag nur sicher vorbereitet: Weintrauben und Kirschtomaten längs vierteln (nicht quer halbieren), Karotte weich kochen oder fein raspeln, Nüsse nur fein gemahlen oder als glattes Mus. Je nach Entwicklung Ihres Kindes gilt das auch darüber hinaus.
  • Rohes Ei bleibt im ersten Lebensjahr wegen der Keimgefahr außen vor.
  • Ihr Kind isst immer sitzend und beaufsichtigt.

Baby-led weaning – Ihr Baby isst von Anfang an selbstständig Fingerfood – ist damit gut vereinbar. Voraussetzung: Die Stücke sind weich und altersgerecht geformt, und die genannten Hochrisiko-Lebensmittel bleiben ausgenommen.

Ein Sonderfall: Hat Ihr Baby ausgeprägte Ekzeme (Neurodermitis), besprechen Sie die Erdnuss-Einführung vorher mit uns. Dann klären wir, ob zuvor ein Allergietest sinnvoll ist. (Näheres unter „Wie erkenne ich eine Lebensmittelallergie?“.)

Kein Honig im ersten Lebensjahr – auch nicht im Tee, im Brei oder auf dem Löffel. Das Gleiche gilt für Ahorn- und Maissirup. Honig kann Sporen enthalten, die beim Säugling einen Säuglingsbotulismus auslösen, eine seltene, aber ernste Erkrankung. Der noch unreife Babydarm kann diese Sporen nicht abwehren.

Hat Ihr Baby doch schon Honig bekommen: kein Grund zur Panik, aber achten Sie in den nächsten Tagen bis Wochen auf Frühzeichen – hartnäckige Verstopfung, schwaches Trinken/Saugen, eine auffallend schlaffe Muskulatur oder ein kraftloses Schreien. Zeigt sich eines davon, stellen Sie Ihr Kind noch am selben Tag ärztlich vor; bei ausgeprägter Schlaffheit oder Trinkverweigerung umgehend in eine Kinderambulanz.

Ab dem ersten Geburtstag

Ab dem ersten Geburtstag ist Honig kein Botulismus-Risiko mehr. Als Süßung gilt trotzdem: sparsam, wie bei jedem Zucker.

Salz und Gewürze

Salz bleibt im ersten Jahr aus dem Essen: Die Nieren sind noch nicht reif genug, um viel Natrium auszuscheiden. Kochen Sie für die Familie und nehmen Sie die Babyportion einfach vor dem Salzen ab. Milde Gewürze und Kräuter – etwa Zimt, Kümmel, Basilikum oder etwas Vanille – dürfen dagegen von Anfang an in kleinen Mengen mitkochen; sie schaden nicht und fördern die Geschmacksvielfalt. Nur auf scharfe Gewürze verzichten Sie besser.

Gluten

Gluten (in Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste) müssen Sie weder vermeiden noch besonders verzögern. Es gehört im Rahmen der normalen Beikost dazu – am besten schrittweise ab Beikostbeginn und zunächst in kleinen Mengen, nicht gleich eine große Portion auf einmal. Ein bestimmtes „Schutzfenster“ für den Zeitpunkt gibt es nach heutigem Wissen nicht.

Kurz gesagt: Ab Beikostbeginn, etwa ab dem 6. Monat, darf Ihr Baby Wasser trinken. Vorher braucht ein gesunder Säugling kein zusätzliches Wasser – Muttermilch oder Pre-Nahrung decken den Flüssigkeitsbedarf vollständig, auch bei Hitze im Sommer. Zufüttern von Wasser ist in dieser Zeit nicht nötig.

Zwei Dinge zur Sicherheit

Bieten Sie keine großen Mengen reines Wasser an, solange Ihr Kind noch sehr klein ist. Und strecken Sie die Milch niemals mit Wasser.

Sobald die Beikost läuft

Dann dürfen Sie ruhig ein paar Schlucke Wasser zu den Mahlzeiten anbieten – am besten aus einem offenen Becher oder einer Trinklernflasche, damit sich Ihr Kind ans Trinken gewöhnt. Spätestens mit der dritten Breimahlzeit gehört ein Getränk dazu. Am besten geeignet sind Wasser oder ungesüßter Tee. Gesüßte Getränke gehören nicht dazu, und Säfte gehören nicht ins erste Lebensjahr.

Kurz gesagt: Als Getränk erst nach dem ersten Geburtstag. Bis dahin bleiben Muttermilch oder Pre-Nahrung die Basis. Denn im ersten Lebensjahr belastet der hohe Eiweißgehalt die noch unreifen Nieren, und Kuhmilch liefert zu wenig Eisen.

Zwei Mengen, die leicht verwechselt werden

Im Brei darf ab dem 6. Monat eine kleine Menge Kuhmilch mitverarbeitet werden – bis maximal etwa 200 ml pro Tag, zum Beispiel in einem Milch-Getreide-Brei. Das ist verarbeitet, nicht als Getränk gedacht. Nach dem ersten Geburtstag darf Ihr Kind Kuhmilch trinken. Dann gelten rund 300 ml Milch und Milchprodukte insgesamt pro Tag als guter Richtwert – Milch, Joghurt und Käse zusammengerechnet. Deutlich größere Mengen können die Eisenaufnahme stören und den Appetit auf andere Speisen verdrängen.

Welche Milch?

Wählen Sie Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett – Ihr Kleinkind braucht im zweiten Lebensjahr die Energie und die Fettsäuren (die verbreitete „1,5 %“-Empfehlung gilt erst für ältere Kinder). Fettreduzierte Milch ist deshalb hier nicht geeignet. Rohmilch (Milch ab Hof, unpasteurisiert) bleibt wegen der Keimgefahr tabu.

Ein verbreiteter Irrtum

Pflanzendrinks (Hafer-, Mandel-, Reis- oder Sojadrink) sind kein Ersatz für Mutter-, Kuhmilch oder Pre-Nahrung. Sie liefern nicht die passenden Nährstoffe und Eiweiße. Reisdrink ist für kleine Kinder wegen des Arsengehalts sogar ungeeignet.

Die kurze Antwort: Meistens ja. Dahinter steckt in den meisten Fällen die normale Entwicklung. Nach dem ersten Geburtstag verlangsamt sich das Wachstum. Der Appetit wird kleiner und schwankt von Tag zu Tag. Zwischen etwa einem und drei Jahren kommt eine Phase dazu, in der viele Kinder Neues erst einmal ablehnen. Auch das ist normal. Solange Ihr Kind gesund ist und stabil entlang seiner Wachstumskurve wächst, dürfen Sie gelassen bleiben. Über eine ganze Woche gerechnet gleicht sich die Menge in den meisten Fällen aus.

Die wichtigste Faustregel

Sie bestimmen, was und wann es zu essen gibt – Ihr Kind bestimmt, wie viel. Im Alltag hilft es, gemeinsam und ohne Ablenkung zu essen, also ohne Bildschirm – Kinder lernen am Vorbild. Bieten Sie kleine Portionen an statt eines überfüllten Tellers; nachlegen können Sie jederzeit. Neues immer wieder anbieten, ohne Druck: Es kann acht bis zehn Anläufe brauchen, bis ein Lebensmittel akzeptiert wird – manchmal mehr. Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Aufessen und belohnen Sie nicht mit dem Nachtisch. Feste Mahlzeiten mit ein, zwei Zwischenmahlzeiten sind besser als ständiges Naschen. Auch zu viel Milch oder Saft zwischendurch verdirbt den Appetit.

Aufmerksam werden sollten Sie

wenn Ihr Kind Gewicht verliert oder auf der Wachstumskurve deutlich abfällt (von seiner gewohnten Perzentile nach unten abweicht). Das gilt auch, wenn es ganze Lebensmittelgruppen strikt verweigert, beim Essen wiederholt würgt oder erbricht oder Schluckprobleme hat. Dann schauen wir uns bei der nächsten Kontrolle die Perzentilen an und klären, ob mehr dahintersteckt. Im Zweifel melden Sie sich einfach in der Ordination.

Wie schnell Sie handeln müssen, hängt vor allem vom Alter Ihres Kindes und von seinem Allgemeinzustand ab – weniger von der genauen Gradzahl.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen – unabhängig vom Alter –, wenn Ihr Kind:

  • sichtbar schwer atmet (Einziehungen zwischen den Rippen oder am Hals, Nasenflügeln, Stöhnen bei jedem Atemzug), blaue Lippen bekommt oder Atempausen hat;
  • sehr schläfrig, schwer erweckbar oder auffällig teilnahmslos ist;
  • einen Krampfanfall hat (beim ersten Mal immer 144; zu wiederholten Fieberkrämpfen siehe „Fieberkrampf – was tun, und wie gefährlich ist er?“);
  • einen steifen Nacken hat oder punktförmige Hautblutungen, die sich mit einem Glas nicht wegdrücken lassen;
  • als Säugling in Ruhe und aufrecht eine vorgewölbte, gespannte Fontanelle hat oder schrill, anders als sonst schreit und sich nicht beruhigen lässt (mögliche Frühzeichen einer Hirnhautentzündung);
  • grau-fahl wirkt und blass bleibt, auch beim Wärmen, oder die Haut nach kurzem Druck (z. B. aufs Brustbein) länger als 3 Sekunden braucht, um wieder rosig zu werden;
  • gar nicht mehr trinkt und zunehmend teilnahmslos wird oder schwere Austrocknung zeigt (über Stunden keine nasse Windel, eingesunkene Augen/Fontanelle, keine Tränen).

Zur Beruhigung: Eine feine, kühl-marmorierte Haut, die beim Wärmen wieder rosig wird, ist harmlos. Und gemeint ist oben die vorgewölbte, gespannte Fontanelle; eine eingesunkene ist ein Zeichen für Flüssigkeitsmangel, nicht für Druck im Kopf.

Direkt in eine Kinderklinik oder Kinderambulanz – noch am selben Tag: jedes Baby unter drei Monaten mit Fieber ab 38,0 °C (rektal gemessen).

In diesem Alter kann hinter Fieber eine ernste Infektion stecken, die man dem Kind anfangs kaum ansieht und die im Krankenhaus zügig abgeklärt wird. Ganz kleine Babys können sogar schwer krank sein, ohne hoch zu fiebern – achten Sie deshalb auch darauf, wie Ihr Kind trinkt, wirkt und atmet.

Drei bis sechs Monate: niedrigere Schwelle

Auch hier messen Sie rektal und bleiben vorsichtiger. Lassen Sie Ihr Kind lieber früher anschauen – besonders, wenn die Temperatur 39 °C erreicht, das Fieber anhält oder Ihr Kind schlapp wirkt, schlecht trinkt oder Ihnen Sorgen macht.

Ab etwa sechs Monaten zählt der Allgemeinzustand

Dann kommt es mehr auf den Gesamteindruck an als auf die Gradzahl: Ein Kind, das trotz Fieber trinkt, aufmerksam ist und zwischendurch spielt, hat meist einen harmlosen viralen Infekt. Zeigen sich beginnende Austrocknungszeichen – deutlich weniger nasse Windeln, trockener Mund, keine Tränen –, lassen Sie Ihr Kind noch am selben Tag anschauen.

Einen Termin in unserer Ordination

  • wenn das Fieber länger als etwa zwei Tage anhält oder ab dem fünften Tag noch besteht;
  • wenn es nach ein, zwei fieberfreien Tagen wiederkommt;
  • wenn Ihr Kind auch bei gesenktem Fieber schlapp bleibt oder schlecht trinkt;
  • wenn neue Beschwerden dazukommen (Ohrenschmerzen, Ausschlag, wiederholtes Erbrechen, Bauchschmerzen, hartnäckiger Husten).

Im Zweifel melden Sie sich immer bei uns.

Zur Einordnung: Fieber ist keine Krankheit, sondern die Abwehr bei der Arbeit – die erhöhte Temperatur hilft dem Immunsystem. Sie müssen es nicht um jeden Preis senken, sondern nur, wenn Ihr Kind sichtlich leidet; eine von sich aus schädliche „zu hohe“ Temperatur gibt es bei einem Infekt nicht. Anders ist eine Überhitzung von außen (aufgeheiztes Auto, zu warm eingepackt): Hier fehlt die Selbstregulation, und die Hitze kann gefährlich werden. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind genug trinkt. Kühle Wadenwickel eignen sich nicht für junge Säuglinge und nur beim beeinträchtigten älteren Kind mit warmen Beinen – und dann körperwarm, nicht kalt.

Außerhalb der Öffnungszeiten: Kinder unter einem Jahr gehören direkt in die nächste Kinderambulanz, nicht zum Ärztefunkdienst 141; bei Unsicherheit berät die Gesundheitsberatung 1450 rund um die Uhr. Bei Lebensgefahr 144.

Am zuverlässigsten ist beim Säugling die Messung im Po (rektal). Und grundsätzlich gilt: Messen Sie objektiv mit einem Thermometer, nicht mit der Hand auf der Stirn.

Unter sechs Monaten: rektal messen

In diesem Alter ist die Messung im Po die verlässlichste Methode. Ohrthermometer sind bei so kleinen Kindern noch ungenau: Der Gehörgang ist zu eng, und die Ohrmessung übersieht in diesem Alter häufig ein Fieber. Gerade unter drei Monaten, wo jedes Fieber zählt, ist das ein echtes Risiko.

So messen Sie rektal: Cremen Sie die Thermometerspitze mit etwas Fett ein, führen Sie sie nur ein kleines Stück ein und halten Sie Ihr Kind dabei ruhig. Waschen Sie sich davor und danach die Hände.

Ab etwa sechs Monaten: das Ohr ist zuverlässig

Ein Infrarot-Ohrthermometer ist dann zuverlässig, schnell und im Alltag praktisch – allemal besser, im Ohr zu messen als gar nicht. Stirnthermometer sind bequem, aber ungenauer. Bei einem auffälligen Kind messen Sie lieber rektal nach.

Ein Säugling unter drei Monaten mit Fieber ab 38,0 °C (rektal): gehört noch am selben Tag direkt in eine Kinderambulanz – Näheres in der Frage „Mein Kind hat Fieber – wann muss ich zum Arzt?“.

Gut zu wissen: Im Ohr gemessene Werte können etwas niedriger ausfallen als rektale und schwanken je nach Sitz der Sonde. Als Fieber gilt allgemein eine Temperatur ab 38,0 °C. Weil die Ohrmessung ein Fieber eher unterschätzt als überschätzt, gilt: Wenn Ihr Kind krank wirkt oder der Ohrwert grenzwertig ist, messen Sie im Zweifel rektal nach.

Und zur Einordnung: Die Körpertemperatur schwankt im Tagesverlauf um etwa ein halbes Grad – morgens am niedrigsten, am späten Nachmittag und Abend am höchsten. Ein leicht erhöhter Abendwert (etwa 37,5 °C) bei einem munteren Kind ist deshalb meist normal und noch kein Fieber. Entscheidend ist ohnehin weniger der einzelne Spitzenwert als der Gesamteindruck: Trinkt Ihr Kind, ist es ansprechbar, spielt es zwischendurch? Im Zweifel messen Sie am nächsten Morgen in Ruhe noch einmal nach.

Vorweg zur Beruhigung: Acht bis zehn, manchmal bis zwölf Infekte pro Jahr sind bei Kleinkindern und Kindergartenkindern völlig normal. Das Immunsystem lernt gerade – jeder Infekt ist ein Trainingslauf, keine Schwäche. Besonders in den ersten Kindergarten- oder Krippenmonaten häuft es sich; das legt sich mit der Zeit.

„Immunbooster“ aus der Werbung halten nicht, was sie versprechen – belegt ist keiner. Auch Vitamin-C-Präparate senken die Zahl der Erkältungen nicht. Günstig ist stattdessen das Unspektakuläre: abwechslungsreiche Ernährung, genug Schlaf, Bewegung und frische Luft, regelmäßiges Händewaschen, ein rauchfreies Zuhause und ein aktueller Impfstatus.

Wann uns ein Muster hellhörig macht

Eine echte Immunschwäche ist selten – die allermeisten Kinder, die oft krank sind, sind völlig gesund. Aufmerksam macht weniger die Zahl banaler Infekte als ein auffälliges Muster. Am aussagekräftigsten sind drei Zeichen:

  • eine Gedeih- oder Wachstumsstörung;
  • ein bekannter Immundefekt in der Familie;
  • schwere Infektionen, die nur mit Antibiotika über die Vene beherrschbar waren.

Ebenfalls hellhörig machen Infekte, die ungewöhnlich tief sitzen oder immer wiederkehren – etwa wiederholte Lungenentzündungen, tiefe oder wiederkehrende Abszesse oder ein hartnäckiger Pilzbefall (Soor) jenseits des Säuglingsalters. Häufige Erkältungen, Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündungen allein sprechen dagegen nicht für eine Immunschwäche – sie kommen bei gesunden Kindern besonders oft vor.

Treffen die auffälligen Zeichen zu, ist das kein Grund zur Panik, sondern ein Anlass, in Ruhe mit uns zu sprechen und gezielt nachzuschauen.

Paracetamol und Ibuprofen sind Schmerz- und Fiebermittel in einem. Geben Sie sie, wenn Ihr Kind Schmerzen hat – beim Zahnen, bei Ohren- oder Halsschmerzen, Kopfweh oder einer wehen Impfstelle – oder wenn es durch Fieber sichtlich leidet, etwa wenn es nicht schlafen kann oder nicht trinken mag. Nicht dagegen wegen einer bestimmten Zahl auf dem Thermometer.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen, wenn Ihr Kind schwer krank wirkt, sichtbar schwer atmet (Einziehungen, Nasenflügeln, Stöhnen), Atempausen oder blaue Lippen hat, blau/grau/blass wird, nicht richtig ansprechbar ist, einen Krampfanfall hat oder einen steifen Nacken bzw. punktförmige, auf Druck nicht verschwindende Hauteinblutungen zeigt.

Ab wie viel Grad soll ich das Fieber senken?

Es gibt keine feste Gradzahl – ein munteres Kind, das trinkt und spielt, braucht auch bei 39 °C oft gar kein Medikament. Fieber ist keine Krankheit, sondern eine sinnvolle Abwehrreaktion; bei einem Infekt gibt es keine von sich aus „gefährlich hohe“ Temperatur. Auch die verbreitete Sorge, ab etwa 40 °C drohe ein Hirnschaden, ist nicht belegt – Infekt-Fieber schadet dem Gehirn nicht. Die Mittel machen das Kind meist nicht fieberfrei, sondern senken die Temperatur um etwa ein bis eineinhalb Grad – und sie verhindern keinen Fieberkrampf, Sie müssen das Fieber also nicht „vorsorglich“ senken.

Eine wichtige Ausnahme – direkt in eine Kinderklinik oder Kinderambulanz: ein Säugling unter drei Monaten mit Fieber ab 38,0 °C (rektal). In diesem Alter das Fieber nicht selbst senken, sondern rasch abklären lassen.

Das passende Mittel bekommen Sie von uns

Sie müssen nichts selbst ausrechnen. Erstes Mittel ist Paracetamol (Mexaratio bzw. ben-u-ron). Das erste Zäpfchen geben wir Ihnen meist schon mit, wenn Ihr Kind mit 7 Wochen zur Untersuchung und Impfung kommt – damit Sie zu Hause etwas haben, falls nach der Impfung Fieber auftritt (das ist in den ersten 48 Stunden normal). Mit dem Wachsen passen wir die Form an, vom Zäpfchen bis zum Saft. Ibuprofen-Saft verschreiben wir bei Bedarf ab etwa 4 Monaten – er wirkt eine Spur stärker gegen Schmerzen und gleich gut gegen Fieber.

Sicher anwenden

  • Wann und wie oft: nur geben, wenn Ihr Kind wirklich leidet – und dann frühestens etwa alle 6–8 Stunden wieder, auch wenn das Fieber zwischendurch ansteigt.
  • Kein Aspirin (Acetylsalicylsäure) – es kann das seltene, aber lebensbedrohliche Reye-Syndrom auslösen.

Reicht ein Mittel nicht aus?

Meist genügt ein Präparat (Paracetamol oder Ibuprofen). Steigt das Fieber aber über 39 °C und lässt es sich nicht ausreichend senken oder kommt es schon nach wenigen Stunden zurück (und Ihr Kind ist schlapp), melden Sie sich bei uns. Als Überbrückung bis zum Termin dürfen Sie die beiden dann abwechselnd etwa alle 4 Stunden geben – so bleibt jedes Mittel automatisch in seinem sicheren Abstand. Das betrifft vor allem hartnäckiges, rasch wiederkehrendes Fieber (etwa bei Grippe oder eitriger Angina); bei einem gewöhnlichen Infekt bleiben Sie besser bei einem Mittel.

Ohne Medikament hilft außerdem

Regelmäßig zu trinken anbieten (das Wichtigste), das Kind nicht zu warm einpacken, aber im Schüttelfrost nicht frieren lassen, und schlafen lassen – ein ruhig schlafendes Kind müssen Sie nicht zum Messen wecken. Wadenwickel nur bei einem älteren Kind mit warmen Händen und Füßen – nie bei jungen Säuglingen oder kalten Extremitäten, und körperwarm statt kalt.

Einen Termin in unserer Ordination

Wenn das Fieber länger als etwa 2 Tage dauert, wenn Ihr Kind auch nach dem Senken schlapp bleibt oder schlecht trinkt, oder wenn Sie unsicher sind.

Außerhalb der Öffnungszeiten: Kinder unter einem Jahr gehören direkt in die nächste Kinderambulanz, nicht zum Ärztefunkdienst 141; bei Unsicherheit berät die Gesundheitsberatung 1450 rund um die Uhr. Bei Lebensgefahr 144.

Kurz gesagt: Das Wichtigste bei einer Mittelohrentzündung ist gute Schmerzstillung – ein Antibiotikum braucht es meist nicht.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen: bei Nackensteife, Bewusstseinstrübung, Krampfanfall oder einer hängenden Gesichtshälfte.

Direkt in eine Kinderambulanz fahren:

  • Rötung, Schwellung oder Druckschmerz hinter dem Ohr oder eine abstehende Ohrmuschel (Warnzeichen für eine Mastoiditis, die Komplikation der Mittelohrentzündung);
  • jedes Baby unter drei Monaten mit Fieber.

Rasch in die Ordination – am selben Tag

  • starke oder anhaltende Ohrenschmerzen, Ohrlaufen (Sekret aus dem Ohr) oder ein Kind, das sich deutlich krank fühlt;
  • und auch ohne diese Zeichen: wenn der Schmerz mit Schmerzmittel nach etwa drei Tagen nicht besser wird oder es schlechter wird.

Die gute Nachricht: Die allermeisten Mittelohrentzündungen klingen von selbst ab, oft schon innerhalb von etwa drei Tagen. Die wirksamste Hilfe zu Hause ist ein Schmerz- und Fiebermittel (Paracetamol oder Ibuprofen), regelmäßig und altersgerecht gegeben. Sorgen Sie für Ruhe, Trinken und Schlaf; ein leicht erhöhter Kopf ist oft angenehmer. Bitte nicht ins Ohr bohren, keine Wattestäbchen, kein Öl ins Ohr. Auch abschwellende Nasentropfen und Antihistaminika bringen nachweislich nichts.

Warum oft kein Antibiotikum? Studien zeigen: Bei den meisten Kindern verkürzt ein Antibiotikum die Schmerzen kaum, verursacht aber häufiger Nebenwirkungen wie Durchfall. Deshalb ist Abwarten mit guter Schmerzstillung meist der bessere Weg. Früher zum Antibiotikum raten wir in bestimmten Fällen – etwa bei Kindern unter zwei Jahren mit beidseitiger Entzündung, bei Ohrlaufen oder einem deutlich schwer kranken Kind. Das entscheiden wir gemeinsam bei der Untersuchung.

Außerhalb der Öffnungszeiten: Kinder unter einem Jahr direkt in die nächste Kinderambulanz, nicht 141; bei Unsicherheit 1450. Bei Lebensgefahr 144.

Das Wichtigste vorweg: Rückenlage zu jedem Schlaf, ein eigenes Babybett im Elternschlafzimmer und eine feste, freie Schlafumgebung ohne Kissen, Decken und Nestchen. Damit senken Sie das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) sehr deutlich. Die Sorge davor kennen fast alle jungen Eltern. Umso beruhigender: Dass es heute so wenige Fälle gibt, ist wesentlich auf genau diese einfachen Regeln zurückzuführen.

Die belegten Schutzmaßnahmen im Einzelnen: - Immer auf den Rücken legen – zum Mittagsschlaf wie in der Nacht, bis Ihr Kind sich selbst zuverlässig in beide Richtungen dreht. Die Seitenlage ist nicht sicher, weil das Kind daraus in die Bauchlage kippen kann. - Fest und flach schlafen lassen: eine feste Matratze im eigenen Gitterbett. Wippen, Autositze und schräge Liegeflächen sind zum Dauerschlaf nicht geeignet. Schläft Ihr Kind im Autositz oder in der Wippe ein, legen Sie es flach hin, sobald es geht. - Eigenes Bett, aber im selben Zimmer: Ihr Baby soll im Elternschlafzimmer schlafen, in einem eigenen Bett – mindestens die ersten 6 Monate, gern auch darüber hinaus. Das ist sicherer als das eigene Zimmer – und sicherer als das Bett der Eltern. - Bett frei halten: keine Kissen, keine Decken, keine Bettnestchen oder „Bumper", keine Fellauflagen, keine großen Kuscheltiere. Auch keine Gewichtsdecken und keine gewichteten Schlafsäcke oder Pucktücher – sie können die Atmung behindern und sind ausdrücklich nicht empfohlen. Statt Decke ein altersgerechter Schlafsack. - Rauchfrei – in der Schwangerschaft und in der ganzen Umgebung des Kindes. Rauch ist einer der stärksten Risikofaktoren. - Nicht überwärmen: Schlafzimmer um die 18–20 °C, lieber ein Kleidungsstück zu wenig als zu viel. Im Haus keine Mütze – über den freien Kopf gibt das Baby Wärme ab. Ob ihm zu warm ist, prüfen Sie im Nacken zwischen den Schulterblättern, nicht an den oftmals kühlen Händen. - Stillen schützt zusätzlich. Auch ein Schnuller zum Einschlafen schützt – ganz ohne Zwang: Fällt er heraus, müssen Sie ihn nicht wieder hineinstecken. Bieten Sie ihn erst an, wenn das Stillen gut eingespielt ist. - Pucken (festes Einwickeln) kann manche Babys beruhigen. Wenn Sie pucken: Ihr Baby schläft dabei immer auf dem Rücken – nie ein gepucktes Baby auf den Bauch legen. Und Sie beenden das Pucken spätestens mit den ersten Drehversuchen. - Impfungen nach dem österreichischen Impfplan senken das SIDS-Risiko eher, als dass sie es erhöhen – die alte Sorge ist widerlegt.

Zum Thema Elternbett: Wir raten davon ab, das Baby mit ins eigene Bett zu nehmen – vor allem in den ersten Monaten. Besonders gefährlich ist das Bettteilen, wenn geraucht wird, wenn Alkohol, Beruhigungs- oder Schlafmittel im Spiel sind, bei Frühgeborenen und bei sehr kleinen Babys. Nie auf einem Sofa oder Sessel mit dem Baby einschlafen – das ist die riskanteste Situation überhaupt. Wenn Sie Ihr Baby zum Stillen zu sich ins Bett nehmen, legen Sie es danach zum Schlafen in sein eigenes Bett zurück.

Was Sie nicht brauchen: Herz-Atem-Monitore, „Smart-Socks" oder Babyphones mit Atemüberwachung verhindern SIDS nicht. Dafür gibt es keinen Beleg, und sie ersetzen die Schlafregeln nicht. Sparen Sie sich die Sorge (und das Geld) und halten Sie sich lieber an das Bewährte.

Und tagsüber: Legen Sie Ihr Kind im wachen, beaufsichtigten Zustand ruhig auch mal auf den Bauch („Tummy-time"). Beginnen Sie schon in den ersten Wochen mit kurzen Phasen. Steigern Sie bis etwa zur 7. Lebenswoche auf insgesamt rund 15–30 Minuten pro Tag. Das kräftigt die Muskulatur und beugt einem platten Hinterkopf vor. Bauchlage gilt nur zum Schlafen als Risiko.

Sofort Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit), wenn Ihr Kind nicht atmet, nicht ansprechbar oder blau/grau ist – Notruf und, wenn Sie es gelernt haben, sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Einen Säuglings-Erste-Hilfe-Kurs empfehlen wir jungen Eltern ohnehin.

Kurz gesagt: Ja – Neugeborene schlafen sehr viel, rund 16 bis 18 Stunden am Tag, verteilt auf viele kurze Schläfchen rund um die Uhr. Das ist völlig normal. Wichtig ist nur, dass Ihr Baby immer wieder zum Trinken aufwacht (oder sich gut wecken lässt) und gut gedeiht.

Was normal ist: Neugeborene schlafen typischerweise nur ein bis vier Stunden am Stück und wachen dann zum Trinken auf – Tag und Nacht, weil sich der Tag-Nacht-Rhythmus erst entwickelt. In den ersten Wochen sollte Ihr Baby nicht viel länger als vier bis fünf Stunden am Stück ohne Trinken schlafen. Als Faustregel gilt: Ein Neugeborenes wird in den ersten Wochen mindestens 8-mal in 24 Stunden gestillt bzw. gefüttert.

Zum Gewicht: Fast alle Babys nehmen in den ersten Lebenstagen zunächst leicht ab – das ist normal. Der Tiefpunkt liegt typischerweise um den 3.–4. Lebenstag. Lassen Sie Ihr Baby zeitnah bei uns wiegen und untersuchen, wenn sich die Abnahme 10 % des Geburtsgewichts nähert oder darüber liegt – oder wenn es nach dem 3.–4. Tag weiter abnimmt. Die meisten Neugeborenen erreichen ihr Geburtsgewicht innerhalb von etwa 10–14 Tagen wieder, manche erst danach – fast alle innerhalb von drei Wochen.

Warnzeichen – hier bitte genauer hinschauen und uns kontaktieren:

  • Ihr Baby ist zu schläfrig zum Trinken, lässt Mahlzeiten aus oder trinkt auch nach dem Wecken nur schwach.
  • Es ist kaum weckbar, wirkt schlaff („wie ein Püppchen“) oder auch im Wachzustand auffällig teilnahmslos.
  • Zeichen von Flüssigkeitsmangel: weniger als etwa 4 nasse Windeln in 24 Stunden, dunkler Urin, trockener Mund, eingesunkene Fontanelle, keine Tränen.
  • Es nimmt nicht zu oder nimmt sogar ab, wird gelb und trinkt dabei schlecht, oder hat Fieber bzw. eine auffällig niedrige Temperatur.

Bei akuter Verschlechterung eines Säuglings – nicht weckbar, schlaff, blau, Atemprobleme – sofort Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit).

Worauf es ankommt: „Viel schlafen“ ist bei einem Baby, das gut trinkt, zunimmt und sich problemlos wecken lässt, kein Grund zur Sorge. Kritisch wird es erst, wenn die Schläfrigkeit das Trinken und Gedeihen beeinträchtigt. Das Gewicht wird bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen kontrolliert – wenn Sie zwischendurch unsicher sind, wiegen wir gern nach oder Sie rufen an.

Die kurze Antwort: In den ersten Monaten ist nächtliches Aufwachen völlig normal und kein Zeichen dafür, dass Sie irgendetwas falsch machen. „Durchschlafen" ist ein Reifungsprozess, kein Erziehungsziel. Sie können den Schlaf mit Ritualen, einem klaren Tag-Nacht-Rhythmus und einer sicheren Schlafumgebung sanft unterstützen. Eine Wundermethode gibt es nicht – Geduld ist hier die wichtigste „Technik".

Was sanft hilft: Ein ruhiges Abendritual mit immer ähnlichem Ablauf – waschen, anziehen, leise Zeit, hinlegen – gibt Sicherheit. Machen Sie Tag und Nacht unterscheidbar: tagsüber hell, aktiv, normale Geräusche; nachts ruhig, gedämpftes Licht, wenig Interaktion, nur das Nötigste. Der Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt sich Schritt für Schritt über die ersten Lebensmonate. Legen Sie Ihr Baby müde, aber noch wach hin – so lernt es mit der Zeit, selbst wieder in den Schlaf zu finden. Und bleiben Sie realistisch: Von starren „Schlaftraining"-Programmen mit Durchschlaf-Garantie halten wir nichts. In den ersten Monaten bringen solche Programme nachweislich wenig; hier zählen vor allem sichere Umgebung, Routine und Ihre eigene Entlastung.

Sichere Schlafumgebung – bitte immer: Rückenlage, festes eigenes Babybett im Elternschlafzimmer, kein Kissen, keine Decke, keine Kuscheltiere – Schlafsack statt Decke. Details dazu stehen in unserer Frage zum sicheren Schlafen.

Wann Sie uns ansprechen sollten: Wirkt Ihr Baby beim Aufwachen schmerzgeplagt oder untröstlich? Spuckt es stark? Schläft es dauerhaft sehr unruhig, nimmt es schlecht zu, schnarcht es oder hat es Atempausen? Dann sprechen Sie uns an – das schauen wir uns an.

Wichtig für Sie selbst: Schlafmangel zehrt. Nehmen Sie Ihre Erschöpfung ernst und holen Sie sich Unterstützung. Und ganz wichtig: Schütteln Sie Ihr Baby niemals. Wenn Ihnen alles zu viel wird: Legen Sie Ihr Baby sicher auf den Rücken in sein Bett. Verlassen Sie kurz den Raum. Atmen Sie durch und holen Sie sich Hilfe. Ein paar Minuten weinen zu lassen ist sicher – Schütteln kann schwere, bleibende Schäden verursachen.

Warum Babys nachts aufwachen: Babys haben kürzere Schlafzyklen als Erwachsene und wachen zwischendurch natürlicherweise auf – auch, um zu trinken. „Durchschlafen" bedeutet in der Schlafforschung oft nur einen Block von etwa fünf bis sechs Stunden, nicht die ganze Nacht. Die Fähigkeit dazu reift meist in den ersten Monaten, mit großen Unterschieden von Kind zu Kind. Selbst mit einem Jahr braucht noch etwa die Hälfte aller Babys nachts Hilfe beim Wiedereinschlafen. Das ist normal.

Das Wichtigste vorweg: Manche Babys schreien in den ersten Monaten sehr viel, obwohl sie gesund sind und gut gedeihen – das nennt man ein „Schreibaby". Sie machen dabei nichts falsch.

Bitte niemals schütteln. Das ist der wichtigste Satz zu diesem Thema. Anhaltendes Schreien bringt Eltern an ihre Grenzen – das ist menschlich. Wenn Sie merken, dass Sie Wut oder Verzweiflung überkommt: Legen Sie Ihr Baby sicher auf den Rücken in sein Bett. Verlassen Sie kurz den Raum. Atmen Sie durch. Holen Sie sich Hilfe. Ein kurz allein weinendes Baby ist sicher – Schütteln kann zu schwersten, bleibenden Hirnschäden führen.

In die Ordination kommen Sie, wenn Ihr Baby nicht dem Muster „gesund, aber schreit" entspricht. Warnzeichen sind: Fieber, Erbrechen (vor allem grünes/galliges oder blutiges), Blut im Stuhl oder eine schlechte Gewichtszunahme. Ebenso: plötzlich verändertes oder schrilles Schreien, Trinkverweigerung – oder wenn Ihr Baby insgesamt krank wirkt. Dann steckt möglicherweise eine körperliche Ursache dahinter, und wir schauen genau hin.

Ansonsten gilt: Das viele Schreien ist anstrengend, aber vorübergehend. Es beginnt meist um die 2. Lebenswoche. Um die 6. Woche erreicht es seinen Höhepunkt. Bis zum 3.–4., spätestens 5. Monat lässt es von selbst nach. Als grobe Orientierung gilt die „Dreierregel": mehr als 3 Stunden Schreien am Tag, an mehr als 3 Tagen pro Woche. Aber: Sie dürfen sich auch dann Hilfe holen, wenn Ihr Baby weniger schreit – entscheidend ist, wie sehr es Sie belastet.

Was Ihrem Baby helfen kann: - Nähe und Bewegung: Tragen (Tuch/Trage), sanftes Wiegen, rhythmisches Schaukeln, Körperkontakt. Das beruhigt viele Babys. - Wärme und sanfte Bauchmassage (im Uhrzeigersinn), ein warmes Bad. - Reize herunterfahren: ruhige, reizarme Umgebung, gedämpftes Licht, monotone Geräusche. - Vorhersehbarkeit: ähnliche Abläufe geben Sicherheit. - Pucken kann manche Babys beruhigen – aber gepuckte Babys immer auf den Rücken legen und das Pucken beenden, sobald sich Ihr Baby zu drehen beginnt (Beine locker lassen). - Was wenig bringt: „Entschäumer"-Tropfen (Simeticon) wirken nachweislich nicht besser als nichts. Probiotika-Tropfen können bei voll gestillten Babys etwas helfen, sind aber kein Muss. Eine Ernährungsumstellung nur, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Kuhmilcheiweiß-Unverträglichkeit besteht – das besprechen wir vorher.

Sie sind nicht allein. Sich Hilfe zu holen ist ein Zeichen von Fürsorge, nicht von Versagen. Diese Wiener Stellen begleiten Sie:

Und jederzeit: Rufen Sie einfach uns an – wir vermitteln Sie gern an die passende Stelle.

Warum schreit ein gesundes Baby so viel? Das viele Schreien hat meist keine fassbare Krankheit als Ursache. Das Nervensystem des Babys muss sich erst an die Welt gewöhnen – Fachleute sprechen von einer vorübergehenden „Regulationsstörung". Die alte Vorstellung, es lägen immer „Blähungen" zugrunde, ist so nicht belegt.

In den ersten Lebensmonaten sind Blähungen und Schreiphasen sehr häufig — die Verdauung ist einfach noch nicht eingespielt, und das hat nichts mit einem Fehler in Pflege oder Ernährung zu tun. Das Schreien hat typischerweise um die sechste Lebenswoche seinen Höhepunkt und bessert sich dann von selbst — meist rund um den dritten bis vierten Monat.

Was Sie sofort tun können (das hilft am zuverlässigsten):

  • Ihr Baby viel tragen und Körperkontakt geben.
  • Sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn und Fahrrad-Bewegungen mit den Beinchen.
  • Wärme auf den Bauch (körperwarm, z. B. ein warmes Kirschkernkissen – nicht heiß).
  • Nach jeder Mahlzeit in Ruhe aufstoßen lassen.
  • Für eine reizarme, ruhige Umgebung sorgen.

Und aus der Apotheke? Ein Wundermittel gibt es nicht, aber ein paar gut verträgliche Dinge sind einen Versuch wert – schaden können sie nicht:

  • Simeticon (z. B. Anti-Flat) bindet die Gasbläschen im Bauch. In Studien wirkt es zwar nicht besser als ein Placebo, aber manche Eltern erleben eine deutliche Erleichterung – und für viele ist es beruhigend, etwas in der Hand zu haben.
  • Kümmelzäpfchen – ein mildes, bewährtes Mittel.
  • Probiotische Tropfen mit Lactobacillus reuteri (z. B. Bellybiom): davon gibt es unter diesen Optionen die beste Studienlage, vor allem bei gestillten Babys.

Sprechen Sie uns einfach an – wir finden gemeinsam heraus, was zu Ihrem Kind passt. Wovon wir abraten: Fencheltee – die Europäische Arzneimittelagentur rät für Kinder unter 4 Jahren ausdrücklich davon ab (natürlicher Estragol-Gehalt).

Wenn Ihnen alles zu viel wird, ist das menschlich – und dann gilt eine Regel ohne Ausnahme: Schütteln Sie Ihr Baby niemals. Schütteln kann selbst kurz und „aus Verzweiflung“ schwerste Hirnverletzungen verursachen. Legen Sie Ihr Baby dann sicher auf den Rücken ins Bettchen, verlassen Sie kurz den Raum, atmen Sie durch und holen Sie sich Hilfe – bei Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, bei uns oder bei einer Schreiambulanz. Sich Unterstützung zu holen ist ein Zeichen von Fürsorge, nicht von Versagen. (Mehr dazu unter „Schreibaby – wie kann ich meinem Baby (und mir) helfen?“.)

Solange Ihr Kind gut trinkt, zunimmt und zwischen den Schreiphasen auch ruhige, zufriedene Zeiten hat, ist das kein Grund zur Sorge. Rasch abklären lassen sollten Sie dagegen Fieber, wiederholtes Erbrechen, Blut im Stuhl oder eine schlechte Gewichtsentwicklung – besonders Blut im Stuhl bei einem heftig schreienden Baby gehört noch am selben Tag untersucht.

Im ersten Lebensjahr gilt eine einfache, klare Regel: keine direkte Sonne. Der beste Schutz für ein Baby ist Schatten. Dazu kommen leichte, den Körper bedeckende Kleidung und ein Sonnenhut mit Nackenschutz. Das gilt auch bei Bewölkung (Wolken lassen bis zu 80 % der UV-Strahlung durch) und außerhalb des Hochsommers. Die Mittagssonne (etwa 11 bis 15 Uhr) meiden Sie ganz. Sonnencreme ist in diesem Alter nachrangig. Sie kommt nur auf die kleinen Flächen, die sich nicht anders schützen lassen: Gesicht und Handrücken.

Wird Ihr Kind größer, bleibt die Reihenfolge gleich: Mittagssonne meiden, Schatten und UV-Kleidung zuerst. Auf die freien Stellen kommt eine wasserfeste Creme mit Lichtschutzfaktor 50. Tragen Sie die Creme großzügig auf. Cremen Sie nach dem Baden und nach dem Schwitzen nach – das Nachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht beliebig. Ab einem UV-Index von 3 gehören Hut, Sonnenbrille und Creme dazu.

Bei der Auswahl helfen zwei Anhaltspunkte. Für spezielle UV-Schutzkleidung achten Sie auf die Kennzeichnung UPF 30 oder das Prüfsiegel UV-Standard 801. Für Babyhaut werden mineralische Sonnencremes (mit Zinkoxid oder Titandioxid) bevorzugt, weil sie im Allgemeinen besser vertragen und kaum in die Haut aufgenommen werden. Viele Eltern sorgen sich, chemische Filter würden über die Haut aufgenommen und schadeten dem Kind. Dazu der sachliche Stand: Einzelne Filter lassen sich in geringen Mengen im Blut nachweisen – ein tatsächlicher Gesundheitsschaden ist dadurch aber nicht belegt. Die in der EU zugelassenen Filter gelten bei bestimmungsgemäßer Anwendung als sicher. Für ein Baby sind mineralische Cremes trotzdem die naheliegende, gut verträgliche Wahl.

Warum die Mühe? Sonnenbrände in der Kindheit sind ein wichtiger Risikofaktor für späteren Hautkrebs. Deshalb ist guter Sonnenschutz von klein auf eine der wirksamsten Vorsorgen überhaupt.

Achten Sie an heißen Tagen zusätzlich auf Überhitzung. Ein Baby gehört nie in die pralle Sonne oder unter eine luftdichte Kinderwagen-Abdeckung (Hitzestau). Bei hohem Fieber, Erbrechen, sehr roter heißer Haut oder Teilnahmslosigkeit nach Sonne/Hitze zögern Sie nicht und rufen 144. Bekommt ein Baby im ersten Lebensjahr trotz allem einen echten Sonnenbrand – vor allem mit Blasen, starker Rötung, Fieber oder deutlichem Unwohlsein –, lassen Sie es bitte in der Ordination anschauen. In diesem Alter ist die Haut besonders empfindlich.

Geputzt wird, sobald das erste Zähnchen da ist – zweimal täglich, mit einer weichen Kinderzahnbürste. Das abendliche Putzen ist besonders wichtig. Der erste Zahn kommt meist im 6. bis 8. Lebensmonat; früher oder später ist ebenso normal. Bis zum ersten Zähnchen braucht es noch kein Fluorid.

Beim Fluorid – dem Stoff, der den Zahnschmelz widerstandsfähiger macht – gehen wir den in Österreich üblichen Weg: Fluorid kommt über die Zahnpasta, sobald der erste Zahn da ist. Eine tägliche Fluoridtablette ist dafür nicht nötig. Ab dem ersten Zähnchen putzen Sie zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (1.000 ppm). Ab dem zweiten Geburtstag darf die Menge erbsengroß werden.

Milchzähne sind kein „Wegwerfgebiss": Auch sie können Karies bekommen und halten den Platz für die bleibenden Zähne. Besteht in Ihrer Familie ein besonderes Kariesrisiko, besprechen wir eine zusätzliche Fluoridgabe individuell mit Ihnen.

Die kurze Antwort: Am besten beugen Sie vor, indem Sie häufig wickeln, den Po sanft reinigen, ihn zwischendurch an der Luft trocknen lassen und eine Zinkpaste als Schutz auftragen. Denn ein wunder Po entsteht vor allem durch Feuchtigkeit, Reibung und die Reizung durch Urin und Stuhl. Die meisten Rötungen heilen mit dieser Pflege binnen weniger Tage ab.

Was Sie tun können: - Oft wickeln, sobald die Windel voll ist – bei wundem Po ruhig noch häufiger. Je kürzer Urin und Stuhl auf der Haut liegen, desto besser. - Sanft reinigen: am besten mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch oder Waschlappen. Feuchttücher ruhig sparsam und möglichst ohne Duft- und Alkoholzusätze – gerade bei gereizter Haut reiben aggressive Tücher zusätzlich. - Luft an den Po: Lassen Sie Ihr Baby mehrmals täglich ein paar Minuten ohne Windel strampeln (auf einer waschbaren Unterlage). Trockene, luftige Haut heilt schneller. - Schützen mit Zinkpaste: Eine dünne Schicht einer Zinkoxid-haltigen Wundschutzcreme legt sich wie ein Schutzfilm über die Haut. Zum Reinigen muss nicht jede Restschicht abgerubbelt werden – das reizt nur. - Kein Puder/Babypuder: Talkum kann eingeatmet werden und verklumpt mit Feuchtigkeit – bitte weglassen.

Wann ist es kein einfacher wunder Po, sondern ein Windelpilz (Soor)? Wenn die Rötung kräftig und scharf begrenzt ist, auch in den Hautfalten sitzt (der einfache wunde Po spart die Falten eher aus) und am Rand kleine rote Pünktchen/Pusteln auftreten („Satelliten"), steckt oft ein Hefepilz (Candida) dahinter. Das braucht eine spezielle Anti-Pilz-Creme – kommen Sie dann in die Ordination.

In die Ordination, wenn: der Po trotz konsequenter Pflege nach 2–3 Tagen nicht besser wird; die Haut nässt, Bläschen oder offene Stellen hat; ein Windelpilz wahrscheinlich ist; oder Fieber dazukommt. Das klären wir dann gemeinsam – meist genügt eine gezielte Salbe.

Warum wird der Po wund? In der Windel ist es warm und feucht; die zarte Babyhaut weicht auf und wird empfindlich. Kommen dann Reibung und die Stoffe aus Urin und Stuhl dazu, reagiert die Haut mit einer Rötung. Das ist sehr häufig und betrifft die meisten Babys irgendwann, besonders um den Zahndurchbruch und wenn der Stuhl dünner wird.

In den ersten Wochen und Monaten reicht ein- bis zweimal pro Woche – häufigeres Baden trocknet die empfindliche Babyhaut eher aus. An den übrigen Tagen genügt eine kurze Katzenwäsche mit klarem Wasser: Gesicht, Hände, Hautfalten und der Windelbereich.

Ein Sicherheitshinweis, der wichtiger ist als alles andere: Lassen Sie Ihr Baby im Wasser nie allein – auch nicht für einen kurzen Moment. Kleinkinder können schon in wenig Wasser ertrinken.

Zum Bad selbst: Das Badewasser sollte etwa 37 °C haben – prüfen Sie das mit dem Thermometer oder dem Ellbogen. Das Zimmer sollte angenehm warm sein (über 22 °C). Und das Bad bleibt kurz (5 bis 10 Minuten), damit das Baby nicht auskühlt.

Seife oder Shampoo braucht Ihr Baby fast nie – und wenn, dann eine kleine Menge eines milden, duft- und konservierungsstofffreien Produkts. Badezusätze und Öle sind meist überflüssig und können reizen. Nach dem Bad trocknen Sie Ihr Baby gut ab, auch in den Hautfalten. Bei trockener Haut hilft danach eine rückfettende Pflege. Beim Baby gilt: weniger ist mehr. Wird Ihr Kind älter und aktiver, dürfen Sie ruhig häufiger baden.

Geschnitten wird meist erst ab der vierten bis sechsten Lebenswoche. In den ersten Wochen sind die Nägel so weich, dass sie sich von selbst abnutzen. Außerdem ist der Nagelrand noch schwer vom Fingerkuppengewebe zu unterscheiden – da schneidet man leicht zu tief. Solange feilen Sie lieber mit einer weichen Feile oder lassen die Nägel von selbst abgehen. Kratzt sich Ihr Kind, helfen kurzfristig Baumwollfäustlinge. Dauerhaft sollten sie aber nicht bleiben, denn die Hände wollen tasten.

Wenn es so weit ist, nehmen Sie eine Babynagelschere oder einen Knipser mit abgerundeter Spitze. Schneiden Sie die Fingernägel leicht rund und die Zehennägel gerade – das beugt eingewachsenen Nägeln vor. Am ruhigsten geht es im Schlaf oder nach dem Stillen. Halten Sie die kleine Hand gut fest. Drücken Sie die Fingerkuppe leicht weg. Schneiden Sie lieber in mehreren kleinen Schritten als mit einem großen Schnitt. Das ist reine Alltagsempfehlung – hier zählt vor allem, was für Sie beide entspannt funktioniert.

Wird ein Nagelbett rot, geschwollen oder eitert es, schauen wir es uns in der Ordination an.

Ohrstäbchen (Wattestäbchen) gehören nicht in den Gehörgang – das ist die klare Regel. Sie schieben das Ohrenschmalz eher tiefer hinein, sodass sich ein Pfropf bildet. Und sie können die empfindliche Haut oder sogar das Trommelfell verletzen.

Zu reinigen ist nur das äußere Ohr: die Ohrmuschel und der Bereich hinter den Ohren – dort sammeln sich gern Milch- oder Speichelreste. Nehmen Sie dafür ein leicht feuchtes Tuch, einen Waschlappen oder ein Wattepad, und trocknen Sie danach gut ab. Drücken Sie kein Wasser in den Gehörgang, und verwenden Sie keine Ohrkerzen.

Nötig ist ein Reinigen im Inneren auch gar nicht: Ohrenschmalz ist kein Schmutz, sondern Schutz. Es hält die Haut im Gehörgang geschmeidig und fängt Staub und Keime. Durch die Selbstreinigung des Ohrs wird es ganz von selbst nach außen befördert. Der Gehörgang reinigt sich also selbst – man muss und soll dort nicht „nachhelfen".

Zeigt sich ein sichtbarer Schmalzpfropf, oder hört Ihr Kind schlechter, dann bitte nicht selbst herausstochern. Das sehen wir uns in der Ordination an und entfernen den Pfropf, wenn nötig, schonend.

Wichtig zur Abgrenzung: Ohrenschmalz-Pflege und Ohrenschmerzen sind zwei verschiedene Dinge. Klagt Ihr Kind über Ohrenschmerzen, greift oder reibt es ständig am Ohr, hat es dazu Fieber, trinkt es schlecht oder kommt Sekret/Eiter aus dem Ohr, steckt oft eine Mittelohrentzündung dahinter. Dann kommen Sie zu uns in die Ordination – was Sie dabei zu Hause tun können, steht in „Ohrenschmerzen und Fieber". Auch blutiger oder eitriger Ausfluss und eine plötzliche Hörminderung gehören ärztlich abgeklärt.

Entfernen Sie die Zecke am besten gleich – und in Ruhe. Fassen Sie sie mit einer feinen Pinzette oder einer Zeckenkarte möglichst hautnah. Ziehen Sie sie gerade und gleichmäßig heraus. Drücken oder quetschen Sie den Zeckenkörper dabei nicht. Die Drehrichtung spielt keine Rolle – wichtig ist allein der gerade Zug. Verwenden Sie kein Öl, keinen Klebstoff und keinen Nagellack: Das „Ersticken" bringt nichts und kann sogar mehr Erreger in die Wunde bringen. Reinigen Sie die Stelle danach mit einem Hautdesinfektionsmittel. Bleibt ein winziger Rest des Stechapparats in der Haut, ist das meist harmlos – die Haut stößt ihn in der Regel von selbst ab. Entzündet sich die Stelle, sehen wir sie uns in der Ordination an.

Danach gilt: Notieren Sie sich Datum und Stichstelle – ein Foto genügt. Beobachten Sie die Stelle 3 bis 30 Tage lang. Kommen Sie zu uns, wenn sich dort eine ringförmige, größer werdende Rötung bildet. Kommen Sie auch, wenn Ihr Kind Fieber und Abgeschlagenheit bekommt. Beides kann eine Borreliose sein – sie lässt sich mit Antibiotika gut behandeln. Je schneller die Zecke entfernt ist, desto geringer ist das Borreliose-Risiko, denn die Übertragung braucht meist viele Stunden Saugzeit. Eine vorsorgliche Blutabnahme direkt nach dem Stich ist dagegen nicht sinnvoll – getestet wird nur, wenn Beschwerden auftreten.

Und muss ich an FSME denken? Ja – aber anders, als viele glauben. Vor der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die in Österreich wichtig ist, schützt kein noch so schnelles Entfernen, sondern nur die Impfung – denn das FSME-Virus kann sofort mit dem Stich übertragen werden. Ganz Österreich ist Risikogebiet, kein Bundesland ist frei. Die FSME-Impfung wird ab dem vollendeten ersten Lebensjahr empfohlen (Grundimmunisierung mit drei Dosen); nur bei besonders hohem Risiko kann nach Rücksprache früher begonnen werden. Umgekehrt gilt: Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose – dagegen gibt es keine Impfung. Hier helfen nur rasches, richtiges Entfernen und Beobachten.

Und zur Beruhigung: Die allermeisten Zeckenstiche verlaufen völlig folgenlos. Rasch und richtig entfernen, Stelle im Blick behalten – das genügt fast immer. Im Zweifel melden Sie sich in der Ordination.

Wann Sie einen Termin vereinbaren sollten

Lassen Sie die Entwicklung Ihres Kindes kinderärztlich beurteilen, wenn

  • ein erwarteter Entwicklungsschritt deutlich ausbleibt oder über mehrere Monate kaum Neues dazukommt,
  • mehrere Bereiche betroffen wirken, etwa Bewegung und Sprache,
  • Ihr Kind im ersten Lebensjahr fast nur eine Hand oder Körperseite benutzt,
  • seine Bewegungen ungewöhnlich steif oder auffallend schlaff wirken,
  • es wenig auf Stimmen und Geräusche reagiert oder Gegenstände und Gesichter nicht mit den Augen verfolgt,
  • es kaum Blickkontakt sucht, nicht auf Dinge zeigt oder Freude wenig teilt,
  • Betreuungspersonen oder Kindergarten ebenfalls Bedenken äußern oder
  • Sie selbst wiederholt das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt.

Konkrete Grenzsteine sind zum Beispiel:

  • mit 12 Monaten kein gezieltes Greifen,
  • mit 18 Monaten kein freies Gehen,
  • mit 2 Jahren weniger als etwa 50 Wörter oder keine Zweiwortsätze wie „Mama komm“.

Bei Frühgeborenen zählt in den ersten beiden Jahren das korrigierte Alter (tatsächliches Alter minus die zu früh geborenen Wochen). Ihre eigene Sorge ist bereits ein ausreichender Grund für eine Untersuchung – Sie müssen nicht warten, bis mehrere Auffälligkeiten zusammenkommen.

Wann Sie nicht einfach weiter abwarten sollten

Vereinbaren Sie in den nächsten Tagen einen Termin, wenn Ihr Kind bereits sicher beherrschte Fähigkeiten deutlich und anhaltend verliert – etwa Wörter, Bewegungen oder Formen des sozialen Kontakts. Dass eine Fähigkeit vorübergehend seltener gezeigt wird, ist dagegen nicht automatisch ein Rückschritt. Entscheidend ist, ob eine vorhandene Fähigkeit tatsächlich verschwunden bleibt.

Sehr wichtige Zusatzinfos

Kinder entwickeln sich nicht nach einem festen Zeitplan: Das eine läuft früh und spricht später, das andere umgekehrt. Dass ein gleichaltriges Kind bereits mehr kann, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass mit Ihrem Kind etwas nicht stimmt. Wichtiger als der direkte Vergleich sind drei Fragen:

  • Lernt Ihr Kind weiterhin neue Dinge?
  • Entwickelt es sich in mehreren Bereichen weiter – Bewegung, Sprache, Spiel und sozialer Kontakt?
  • Hat es eine Fähigkeit noch nicht erworben oder eine bereits sicher beherrschte wieder verloren?

Ist Ihr Kind ansonsten neugierig und aufmerksam und lernt weiterhin dazu, ist ein einzelner später Schritt fast immer Teil der normalen Entwicklungsspanne.

Das Grenzsteinprinzip

Für wichtige Entwicklungsschritte gibt es wissenschaftlich festgelegte Grenzsteine – das Alter, in dem etwa 90 Prozent der Kinder eine Fähigkeit erreicht haben. Wird ein Grenzstein überschritten, heißt das nicht automatisch, dass eine Entwicklungsstörung vorliegt. Es ist aber ein guter Zeitpunkt, genauer hinzusehen. Dabei zählt nicht nur, ob Ihr Kind etwas kann, sondern auch wie – und wie sich seine Entwicklung insgesamt fortsetzt.

Die normale Entwicklungsspanne ist groß

Die meisten Kinder gehen zwischen etwa 11 und 18 Monaten frei, im Schnitt mit rund 13 Monaten. Manche krabbeln nicht klassisch, sondern rutschen auf dem Po; einzelne Schritte werden ausgelassen oder in anderer Reihenfolge erreicht. Ein Kind kann außerdem erst wenige Wörter sprechen und trotzdem viel verstehen. Eine einzelne späte Fähigkeit ist daher noch kein Beweis für eine Verzögerung.

Was bei der Untersuchung passiert

Bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen schauen wir uns die Entwicklung ohnehin gemeinsam an. Je nach Alter beurteilen wir unter anderem:

  • Bewegung und Muskelspannung,
  • Hand- und Fingergeschick,
  • Sprache und Sprachverständnis,
  • Hören und Sehen sowie
  • Spielverhalten, Blickkontakt und soziale Kommunikation.

Ist nur eine einzelne Fähigkeit etwas später dran und Ihr Kind sonst unauffällig, schauen wir oft nach einigen Wochen erneut; bei deutlicheren Auffälligkeiten folgen ein Entwicklungstest, ein Hörtest oder eine weiterführende Abklärung. Eine Abklärung heißt nicht automatisch, dass eine Störung vorliegt – sie klärt nur, ob Ihr Kind mehr Zeit braucht oder Unterstützung guttäte.

So bereiten Sie den Termin vor

Notieren Sie sich vorab kurz:

  • Welche Fähigkeit macht Ihnen Sorgen – und konnte Ihr Kind sie noch nie oder hat es sie wieder verloren?
  • Seit wann beobachten Sie das, und welche Fortschritte gab es zuletzt?
  • Was fällt Betreuungspersonen oder im Kindergarten auf?
  • Welche Sprachen hört, versteht und spricht Ihr Kind?

Kurze Handyvideos aus dem Alltag helfen oft mehr als eine Beschreibung – gerade bei Dingen, die in der Ordination nicht auftreten. Bis dahin müssen Sie Ihr Kind nicht ständig prüfen oder vergleichen; am meisten hilft ganz normaler Alltag: spielen, vorlesen, miteinander reden und viel freie Bewegung.

Zuerst zur Einordnung: Einzelne auffällige Merkmale hat fast jedes Kind einmal. Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Zeichen über die Zeit – nicht ein einzelnes Merkmal. Autismus zeigt sich meist in mehreren Bereichen zugleich. Typisch sind Auffälligkeiten im sozialen Kontakt (wenig Blickkontakt, wenig Interesse an anderen Kindern) und in der Kommunikation (verzögerte oder ungewöhnliche Sprache, etwa das Wiederholen von Wörtern). Dazu kommen wiederkehrende Verhaltensmuster mit starrem Festhalten an Routinen sowie eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht oder Berührung.

Als altersbezogene Anhaltspunkte, bei denen man genauer hinschauen sollte: - um 9–12 Monate: reagiert kaum auf den eigenen Namen, wenig Blickkontakt, wenig soziales Lächeln, wenig Nachahmen; - um 12 Monate: kein Lallen, keine Gesten wie Winken; - um 14–18 Monate: zeigt nicht mit dem Finger, um etwas Interessantes mit Ihnen zu teilen (das gemeinsame Aufmerksam-Sein ist ein wichtiges Frühzeichen); - um 18 Monate: kein „So-tun-als-ob“-Spiel; - um 24 Monate: keine sinnvollen Zweiwortsätze; - in jedem Alter: wenn Ihr Kind bereits Gekonntes wieder verliert (Sprache oder sozialer Kontakt) – das gehört immer rasch abgeklärt.

Wenn Sie mehrere dieser Zeichen bemerken oder sich Sorgen machen, sprechen Sie uns an. Wir gehen das in Ruhe mit Ihnen durch. Für Kinder zwischen etwa 16 und 30 Monaten gibt es zudem einen einfachen Elternfragebogen (M-CHAT-R/F), mit dem sich ein erster Verdacht einordnen lässt. Ein auffälliges Ergebnis ist keine Diagnose, sondern ein Anlass, gemeinsam genauer hinzusehen – die Diagnose stellt später ein spezialisiertes Team. Eine frühe Abklärung ist keine Katastrophe, sondern eine Chance: Frühe Unterstützung macht einen echten Unterschied.

Zur Beruhigung, weil diese Frage viele Eltern beschäftigt: Autismus ist von Anfang an angelegt – in der frühen Gehirnentwicklung, überwiegend genetisch. Er wird nicht durch Impfungen ausgelöst. Dass die ersten Anzeichen oft im zweiten Lebensjahr auffallen, also rund um die MMR-Impfung, ist ein zeitlicher Zufall, kein Zusammenhang (mehr dazu unter „Können Impfungen Autismus auslösen?“).

Die kurze Antwort zuerst: Beim Sprechen ist die Spanne groß, etwas früher oder später ist normal. Als grobe Orientierung: Lallen („bababa") ab dem zweiten Lebenshalbjahr. Erste Wörter um den ersten Geburtstag. Mit zwei Jahren etwa 50 Wörter und erste Zweiwortsätze („Mama da"). Danach wächst der Wortschatz schnell. Mit drei bis vier Jahren wird Ihr Kind zunehmend auch für Fremde verständlich.

Sprechen Sie uns an, wenn eines davon zutrifft: Ihr Kind spricht mit etwa 18 Monaten noch kein einziges Wort. Es hat mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter oder bildet keine Zweiwortsätze. Es ist mit 3–4 Jahren für Fremde kaum verständlich. Es reagiert nicht auf Ansprache oder sucht keinen Blickkontakt. Oder es verliert schon Gekonntes wieder – das gehört immer rasch abgeklärt. Manche Kinder sind reine „Spätzünder" (Late Talker) und holen von allein auf. Ein guter Teil holt aber nicht vollständig auf. Spätes Sprechen ist deshalb kein Grund zur Panik – aber ein guter Grund, es im Blick zu behalten und Ihr Kind bei uns vorzustellen.

Ein Punkt ist dabei besonders wichtig: Bei jeder Sprachverzögerung prüfen wir das Gehör. Auch wenn das Neugeborenen-Hörscreening unauffällig war, kann später eine Schwerhörigkeit dazukommen, zum Beispiel durch wiederkehrende Mittelohrergüsse. Ein Kind, das schlecht hört, lernt schwerer sprechen.

Fördern können Sie die Sprache im Alltag, ganz ohne Programm: viel und zugewandt sprechen, benennen, was Sie tun, in ganzen Sätzen antworten. Das am besten belegte „Rezept" ist gemeinsames, dialogisches Bilderbuch-Anschauen – also nicht nur vorlesen, sondern fragen, zeigen, das Kind erzählen lassen. Falsch Gesagtes einfach richtig wiederholen, statt Ihr Kind verbessern zu lassen. Und: weniger Bildschirmzeit, gerade bei den ganz Kleinen, weil sie echte Sprech-Zeit verdrängt. Zeigt sich trotzdem eine deutliche Verzögerung, klären wir gemeinsam, ob eine logopädische Unterstützung sinnvoll ist – je früher, desto besser.

Vorweg zwei Entlastungen. Erstens: Krabbeln ist kein Muss. Manche Kinder krabbeln nie. Sie robben, rutschen auf dem Po oder ziehen sich gleich zum Stehen hoch – und laufen danach völlig normal. Zweitens: Freies Gehen hat eine weite Spanne von etwa 11 bis 18 Monaten. Erst wenn ein Kind mit rund 18 Monaten noch nicht frei läuft, schauen wir gemeinsam genauer hin. Das ist der Grenzstein, kein Startschuss.

Zu den Kinderfüßen: Fast alle Kleinkinder haben einen Knick-Senkfuß – das Fußgewölbe wirkt flach, der Knöchel knickt leicht nach innen. Das ist in diesem Alter der Normalzustand und kein Fehler. Das Längsgewölbe bildet sich von selbst über die ersten Lebensjahre bis etwa zum Schulalter aus. Ein solcher schmerzloser, beweglicher Fuß braucht deshalb keine Einlagen und keine Behandlung. Zu uns kommen sollten Sie, wenn der Fuß starr wirkt und sich beim Zehenstand nicht aufrichtet, wenn er wehtut, wenn nur eine Seite auffällt oder wenn das Kind zusätzlich schlapp/entwicklungsauffällig ist.

Und die Schuhe? Kinderfüße entwickeln sich am besten barfuß. Drinnen also möglichst barfuß oder mit Stoppersocken – das trainiert Muskeln und Gleichgewicht. „Lauflernschuhe“ sind nicht nötig und nicht förderlich; auch das frühe Hinstellen „zum Üben“ bringt nichts. Der erste richtige Schuh ist erst dann sinnvoll, wenn Ihr Kind draußen sicher geht. Er dient dann als Schutz vor Kälte und rauem Boden, nicht als Stütze. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Schuh leicht und flexibel ist – er sollte sich in der Hand biegen und verdrehen lassen. Dazu eine dünne, biegsame Sohle, ein breiter Zehenraum und etwa eine Daumenbreite Platz vor den Zehen. Feste, „stützende“ Schuhe braucht ein gesunder Kinderfuß nicht.

Ein Thema, das viele Eltern zusätzlich beschäftigt: der Zehenspitzengang. In der Lauflernphase gehen viele Kinder zeitweise auf Zehenspitzen. Das ist meist harmlos und verwächst sich. Ansprechen sollten Sie uns, wenn Ihr Kind fast nur auf Zehenspitzen geht oder das über das Kleinkindalter hinaus bestehen bleibt. Ebenso, wenn nur eine Seite betroffen ist oder die Wade dabei verkürzt/steif wirkt.

Die kurze Antwort — als Orientierung geben WHO und die amerikanische Kinderärztegesellschaft (AAP) eine klare Staffel: Unter 18 Monaten möglichst keine Bildschirmmedien. Einzige Ausnahme ist der Videochat mit Oma, Opa & Co. — das ist echte soziale Interaktion und ausdrücklich okay. Mit etwa 18–24 Monaten gilt: wenn überhaupt, dann nur hochwertige Inhalte und gemeinsam mit Ihnen, nicht allein. Von 2 bis 4 Jahren sind es höchstens etwa 1 Stunde pro Tag, hochwertig — und weniger ist besser.

Und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger: Bildschirme gehören heute zum Familienleben. Ein Kind, das mal etwas schaut, nimmt keinen Schaden. Es geht nicht um Schuld. Es geht darum, dass in den ersten Jahren Bewegung, echtes Spielen, Zuwendung und Schlaf das Wichtigste sind — Bildschirmzeit sollte diese Dinge nicht verdrängen.

Was Sie konkret tun können: Wählen Sie ruhige, altersgerechte Inhalte. Schauen Sie möglichst mit und benennen Sie, was passiert — gemeinsam schauen und darüber sprechen wirkt sogar günstig. Zwei praktische Regeln haben sich bewährt: keine Bildschirme beim Essen und keine Bildschirme rund um den Schlaf. Geräte gehören nicht ins Schlafzimmer, denn schon ihre Anwesenheit stört den Schlaf. Und weil Kinder am Vorbild lernen: Der eigene, bewusste Umgang der Eltern mit dem Handy zählt oft mehr als jede Minutenregel.

Warum überhaupt die Zurückhaltung? Kinder, die früh viel und vor allem allein vor dem Bildschirm sitzen, tun sich im Schnitt etwas schwerer mit der Sprache. Die Zusammenhänge sind real, aber klein. Es kommt weniger auf die reine Zeit an als darauf, was, wie und mit wem geschaut wird. Wenn Bildschirmzeit bei Ihnen zu Hause ein Dauerthema oder Konfliktpunkt wird, sprechen Sie uns gern an.

Kurz und klar: Nein. Mehrsprachig aufzuwachsen schadet der Sprachentwicklung nicht und verursacht keine Sprachstörung. Kinder sind für mehrere Sprachen gemacht – weltweit wachsen unzählige Kinder selbstverständlich zwei- oder dreisprachig auf. Ihr Kind erreicht die Sprach-Meilensteine im normalen Zeitrahmen. Manchmal wirken die ersten Wörter minimal später – auch das liegt noch im normalen Bereich.

Was Eltern dabei erfahrungsgemäß Sorgen macht, aber völlig normal ist: Der Wortschatz verteilt sich auf mehrere Sprachen. In einer einzelnen Sprache kann er dadurch kleiner wirken. Zählt man beide Sprachen zusammen, ist er mit dem einsprachiger Kinder vergleichbar. Deshalb bewerten wir Sprache bei mehrsprachigen Kindern immer über alle Sprachen zusammen.

Auch das Mischen der Sprachen – mitten im Satz von einer in die andere wechseln – ist kein Zeichen von Verwirrung, sondern von Kompetenz. Kinder wissen sehr wohl, welche Sprache zu wem gehört, und sortieren das mit der Zeit.

Und es gibt nicht die eine richtige Methode. „Eine Person – eine Sprache" ist eine Möglichkeit, aber kein Muss. Wichtiger als die Regel ist, dass Ihr Kind jede Sprache ausreichend und lebendig hört und benutzt. Pflegen Sie ruhig Ihre Herkunftssprache – das ist ein Geschenk, kein Nachteil.

Und wenn doch einmal eine echte Sprachverzögerung im Raum steht? Dann gilt: Eine echte Sprachentwicklungsstörung zeigt sich in beiden Sprachen. Die Mehrsprachigkeit ist dann nicht die Ursache – und es wäre falsch, deswegen eine Sprache aufzugeben. Ansprechen sollten Sie uns – unabhängig von der Mehrsprachigkeit – bei denselben Warnzeichen wie bei jedem Kind, gezählt über alle Sprachen zusammen. Das heißt: kein einziges Wort mit etwa 18 Monaten, unter 50 Wörter oder keine Zweiwortsätze mit 24 Monaten, oder wenn Ihr Kind schon Gekonntes wieder verliert. Wie immer prüfen wir bei einer Sprachverzögerung zuerst das Gehör. Im Zweifel schauen wir gemeinsam hin – lieber einmal mehr.

Beim Alter ist die Spanne groß: Die meisten Kinder werden tagsüber zwischen etwa 2 und 3½ Jahren trocken, Buben oft etwas später als Mädchen – beides ist normal. Die Reihenfolge ist immer gleich: tagsüber zuerst, nachts deutlich später. Dass ein Kind tagsüber schon trocken ist, aber nachts noch eine Windel braucht, ist völlig normal. Nächtliche Trockenheit wird erst mit etwa 5 Jahren erwartet – Bettnässen davor ist keine Störung.

Wichtiger als das Alter ist die Bereitschaft. Denn Trockenwerden ist ein Reifungsschritt, kein Erziehungserfolg – es lässt sich nicht antrainieren, bevor Körper und Kopf bereit sind. Losgehen kann es, wenn Ihr Kind etwa zwei Stunden am Stück trocken bleibt und Interesse an der Toilette zeigt. Gute Zeichen sind auch: Es kann die Hose selbst herunterziehen, einfachen Aufforderungen folgen und Ihnen (mit Worten oder Gesten) mitteilen, dass es „muss“.

Der wichtigste Rat: kein Drängen. Druck, Schimpfen oder ein zu früher Start bringen keinen Vorteil. Im Gegenteil: Sie können dazu führen, dass ein Kind den Stuhl zurückhält und sich eine Verstopfung entwickelt. Rückschritte sind normal, besonders bei Aufregung (ein Geschwisterkind, ein Umzug, eine Krankheit) – das ist kein Rückfall und kein Versagen. Loben Sie kleine Erfolge, bleiben Sie gelassen, und legen Sie bei Widerstand ruhig ein paar Wochen Pause ein. Ihr Kind soll dabei kein schlechtes Gewissen bekommen – und Sie auch nicht.

Ansprechen sollten Sie uns, wenn Ihr Kind mit etwa 5 Jahren tagsüber noch nicht trocken ist oder wenn es nach einer längeren trockenen Phase wieder einnässt. Melden Sie sich auch, wenn zum Einnässen Schmerzen/Brennen, ständiger Harndrang oder Zeichen eines Harnwegsinfekts kommen – oder wenn Ihr Kind auffällig viel trinkt und einnässt. Dann schauen wir, ob eine Ursache dahintersteckt, die sich gut behandeln lässt.

Das Wichtigste vorweg: Ein Wert an der 3. oder an der 97. Perzentile ist für sich genommen noch kein Grund zur Sorge. Wichtiger als der einzelne Wert ist der Verlauf. Ein Kind, das stabil entlang seiner eigenen Kurve wächst – ob eher weit unten oder weit oben –, ist meistens völlig unauffällig. Und: Ein großer oder kleiner Kopf liegt sehr oft einfach in der Familie. Deshalb schauen wir immer auch auf Ihren eigenen Kopfumfang.

Zum Hintergrund: Der Kopfumfang wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen und im Mutter-Kind-Pass in eine Perzentilenkurve eingetragen – denn er verrät uns, wie das Gehirn wächst. Perzentile heißt einfach: Wo liegt Ihr Kind im Vergleich zu 100 gleichaltrigen Kindern. Aufmerksam werden wir, wenn die Kurve Linien überspringt, also plötzlich rasch ansteigt oder abflacht.

Bei einem großen Kopf (Makrozephalie) ist die mit Abstand häufigste Erklärung genau das: familiär und gutartig, das Kind entwickelt sich normal. Auch eine vorübergehende, harmlose Erweiterung der Flüssigkeitsräume beim Säugling kommt vor; sie verwächst sich meistens von selbst. Genauer abklären tun wir, wenn der Kopf zu schnell über die Kurven wächst. Ebenso, wenn die Fontanelle vorgewölbt oder gespannt ist, wenn Zeichen wie Erbrechen, auffällige Müdigkeit oder Reizbarkeit dazukommen oder wenn die Entwicklung stockt. Dafür genügt oft eine harmlose Ultraschalluntersuchung durch die noch offene Fontanelle.

Bei einem kleinen Kopf (Mikrozephalie) sind wir etwas gründlicher: Er ist zwar oft ebenfalls familiär und harmlos, hängt aber häufiger mit einer zugrunde liegenden Ursache zusammen. Deshalb klären wir das üblicherweise ab – gerade dann, wenn die Entwicklung nicht Schritt hält. Auch hier hilft der Blick auf den Kopfumfang von Eltern und Geschwistern.

Kurz gesagt: Ein einzelner Rand-Wert ist selten ein Problem. Entscheidend sind der Verlauf der Kurve, die Entwicklung Ihres Kindes und der Kopfumfang in der Familie – und genau das schauen wir bei den Untersuchungen gemeinsam an.

Impfungen zählen zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin – sie haben Krankheiten, die früher unzählige Kinder das Leben oder die Gesundheit gekostet haben, fast zum Verschwinden gebracht. Für Ihr Kind sind sie der wirksamste Schutz, den Sie ihm mitgeben können: Sie verhindern schwere Verläufe – Keuchhusten beim Säugling, eine Hirnhautentzündung, Masern mit ihren Komplikationen. Viele dieser Krankheiten waren früher gefürchtet und häufig; heute sehen wir sie dank der Impfungen kaum noch. Deshalb empfehlen wir die wichtigen Kinderimpfungen mit voller Überzeugung.

Zum empfohlenen Kinderimpfprogramm gehören im Säuglings- und Kleinkindalter unter anderem:

  • Rotavirus – eine Schluckimpfung gegen schwere Brechdurchfälle, ab der 7. Lebenswoche.
  • Die 6-fach-Impfung (Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib, Hepatitis B) – bei uns in drei Dosen: zur Mutter-Kind-Pass-Untersuchung in der 7. Lebenswoche, dann zwei Monate später und noch einmal mit einem Jahr.
  • Pneumokokken – gegen bakterielle Hirnhaut- und Blutstrominfektionen.
  • MMR (Masern, Mumps, Röteln) – zwei Dosen, die erste ab dem 10. Lebensmonat, die zweite mit Abstand danach, spätestens vor Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung.
  • Mit etwa fünf Jahren die 4-fach-Auffrischung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung (z. B. Repevax) – der frühe Schutz lässt mit der Zeit nach und wird aufgefrischt.
  • Später die HPV-Impfung (gratis ab dem 9. Geburtstag).

Sind das überall dieselben Impfungen? Im Kern ja: Die wichtigen Kinderimpfungen sind europa- und weltweit weitgehend gleich (WHO-Standard). Zeitplan und einzelne Zusätze unterscheiden sich aber je nach Land – die BCG-Impfung gegen Tuberkulose etwa wird in vielen Ländern gegeben, in Österreich nicht; die Windpocken-Impfung gehört z. B. in Deutschland zum Standardprogramm, in Österreich (noch) nicht. Wenn Sie aus dem Ausland kommen, bringen Sie einfach den bisherigen Impfpass mit – wir gleichen ihn mit dem österreichischen Plan ab.

Wie läuft das bei uns ab? Praktisch bequem: Die meisten Impfungen fallen zeitlich mit den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen zusammen – wir impfen also bei dem Termin mit, zu dem Sie ohnehin kommen.

Privatimpfungen – empfohlen, aber selbst zu zahlen und nicht im Gratisprogramm für die Kleinen: Meningokokken B und Meningokokken ACWY (ACWY ist nur in einem bestimmten Altersfenster gratis), die Varizellen-Impfung (Feuchtblattern) und die FSME-Impfung (Zeckenschutz, ab dem vollendeten 1. Lebensjahr – mehr dazu in der Zecken-Frage). „Selbst zu zahlen“ heißt nicht „unwichtig“.

Müssen wirklich alle sein? Wir empfehlen sie – aus Überzeugung. Die Kombinationsimpfstoffe halten die Zahl der Piekser klein und überfordern das Immunsystem nicht; ein Baby setzt sich täglich mit weit mehr Krankheitserregern auseinander. Und je mehr Kinder geschützt sind, desto besser sind auch die geschützt, die noch zu klein für die Impfung sind. Sie müssen sich nicht auf einmal entscheiden – nehmen Sie sich die Zeit, offene Fragen bei uns zu stellen; die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sind ohnehin ein ruhiger Anlass dafür.

Kurz und klar: Nein. Impfungen lösen keinen Autismus aus – auch die MMR-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln nicht. Kaum eine medizinische Frage ist heute so gut untersucht. Geprüft wurde an sehr großen Kindergruppen, immer mit demselben Ergebnis.

Woher kommt die Sorge? Von einer einzigen Arbeit aus dem Jahr 1998. Sie stellte einen Verdacht in den Raum – gestützt auf gerade einmal 12 Kinder. Diese Arbeit wurde später komplett zurückgezogen, weil sich herausstellte, dass Daten gefälscht worden waren. Dem verantwortlichen Autor wurde die ärztliche Zulassung entzogen. Die Behauptung war also nicht nur ein Irrtum, sondern eine widerlegte Fälschung.

Was die große, seriöse Forschung zeigt: Eine dänische Studie mit über 650.000 Kindern fand keinen Zusammenhang zwischen MMR und Autismus. Das galt auch für Kinder, die durch Geschwister ein erhöhtes Autismus-Risiko hatten – und es gab keine Häufung nach der Impfung. Eine Zusammenfassung von Studien mit mehr als 1,2 Millionen Kindern kam zum selben Schluss. Auch die unabhängige Cochrane-Übersicht (Datenbasis über eine Million Kinder) bestätigt: kein Autismus durch MMR – und zugleich, dass die Impfung zuverlässig wirkt.

Warum wirkt der Zeitpunkt so verführerisch? Erste Autismus-Anzeichen fallen meist im 2. Lebensjahr auf – also genau dann, wenn auch die MMR-Impfung gegeben wird. Dass beides zeitlich zusammentrifft, heißt aber nicht, dass das eine das andere verursacht. Autismus ist überwiegend von Anfang an angelegt (genetisch, in der frühen Gehirnentwicklung), lange bevor geimpft wird.

Ein Nebenaspekt, der bei dieser Sorge mitschwingt: Die MMR-Impfung ist ein Lebendimpfstoff. Sie enthielt nie das quecksilberhaltige Konservierungsmittel, um das sich ein zweiter Mythos rankt. Auch dafür gibt es keinen Autismus-Zusammenhang.

Wenn Sie unsicher sind, ist das völlig verständlich – die Geschichte hat viele Eltern verunsichert. Sprechen Sie uns an; wir gehen Ihre Fragen in Ruhe durch.

Kurz gesagt: Die allermeisten Impfreaktionen sind harmlos und kurz. Bei den „normalen" Spritzen (6-fach, Pneumokokken u. Ä.) zeigt sich eine Reaktion rasch, innerhalb von 1–2 Tagen. Bei der MMR-Impfung erst später, etwa am 5. bis 12. Tag. Beides klingt in der Regel nach wenigen Tagen von selbst wieder ab.

Womit Sie rechnen können: An der Einstichstelle Rötung, leichte Schwellung und Druckschmerz – meist 1–3 Tage. Dazu allgemein leichtes bis mäßiges Fieber, Quengeligkeit, Müdigkeit, weniger Appetit. Fieber ist hier kein Schaden, sondern die Immunantwort – der Körper baut gerade den Schutz auf. Nach der MMR-Impfung kann es zeitversetzt (Tag 5–12) zu Fieber kommen, manchmal zu leichten „Impfmasern": ein blasser, nicht ansteckender Ausschlag, der von selbst verschwindet. Das kommt in etwa 2–4 von 100 Fällen vor, oft mit leichter Wangen-/Speicheldrüsenschwellung.

Und der Fieberkrampf? Nach der MMR-Impfung ist ein Fieberkrampf vorübergehend etwas wahrscheinlicher – ungefähr 1 von 1.150 bis 1.700 Impfungen, im Fenster Tag 5–12. Solche Krämpfe sehen erschreckend aus. Sie sind aber fast immer harmlos und gehen von selbst vorüber (siehe unsere Frage zum Fieberkrampf). Der Nutzen der Impfung überwiegt das klar: Echte Masern können zu einer Gehirnentzündung führen – genau das verhindert die Impfung.

Was hilft? Dasselbe wie bei anderem Fieber: viel trinken lassen und es dem Kind bequem machen. Ein Fiebermittel geben Sie nur bei tatsächlicher Beeinträchtigung (Dosierung siehe unsere Frage zu Fiebersenkern). Vorbeugend – also „auf Verdacht" vor oder direkt nach der Impfung – sollten Sie kein Fiebermittel geben. Das ist nicht nötig und kann die Impfwirkung sogar etwas abschwächen.

Sofort Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit) bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion – Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Hals, plötzlicher Nesselausschlag, Kreislaufschwäche. Das ist sehr selten (in der Größenordnung von 1 zu einer Million), und genau deshalb bleiben Sie nach der Impfung etwa 15–20 Minuten zur Beobachtung in der Ordination.

In die Ordination – nicht als Notfall, aber zeitnah – wenn das Fieber länger als etwa 2 Tage anhält oder sehr hoch ist. Ebenso, wenn die Einstichstelle größer und wärmer wird statt abzuheilen. Auch dann, wenn Ihr Kind ungewöhnlich schläfrig oder schrill ist – oder Sie einfach das Gefühl haben, „da passt etwas nicht". Melden Sie uns außergewöhnliche Reaktionen ruhig – wir können sie auch offiziell erfassen.

Die kurze Antwort: Ein leichter Infekt ist meist kein Grund abzusagen. Und eine verpasste Impfung ist kein Drama – sie wird einfach nachgeholt, ohne von vorne zu beginnen.

Ihr Kind ist erkältet – impfen oder verschieben? Banale Infekte sind kein Hindernis. Ein Schnupfen, leichter Husten oder eine leicht erhöhte Temperatur bis 38,5 °C sprechen nicht gegen die Impfung. Der Impftermin kann in aller Regel stattfinden. Verschieben sollten Sie bei einer richtigen fieberhaften Erkrankung (ab 38,5 °C) oder wenn Ihr Kind akut ernstlich krank ist. Dann warten wir die Genesung ab und holen die Impfung bald danach nach. Sie müssen das nicht selbst entscheiden: Wir sehen uns Ihr Kind am Termin an und sagen Ihnen, ob es passt. Im Zweifel lieber kommen und nachfragen als von zu Hause absagen.

Eine Impfung wurde verpasst oder ist überfällig? Die beruhigende Regel lautet: Jede Impfung zählt. Eine begonnene Grundimmunisierung wird nicht neu gestartet, egal wie lange die Lücke ist – es fehlen einfach noch Dosen, die wir ergänzen. Es gibt keinen Abstand, der „zu groß" wäre. Der einzige Nachteil einer Verzögerung ist die längere Zeit ohne vollen Schutz. Deshalb holen wir Versäumtes zügig nach – aber ganz ohne Panik.

Praktisch: Bringen Sie den Impfpass und den Mutter-Kind-Pass mit. So sehen wir auf einen Blick, was fehlt, und planen die Nachholimpfungen. Oft lassen sich mehrere Impfungen an einem Termin bündeln. Impfpass verloren? Auch dann muss niemand bei null anfangen. Wir finden gemeinsam heraus, was schon erledigt ist, und ergänzen den Rest sinnvoll.

Das Wichtigste vorweg: Planen Sie Reiseimpfungen rechtzeitig – idealerweise 6–8 Wochen vor der Abreise. Manche Impfungen brauchen mehrere Termine. Der beste Reiseschutz sind dabei zuerst die aktuellen Standardimpfungen – allen voran MMR. Zusätzliche Reiseimpfungen hängen vom Ziel ab.

Schritt 1 – Standardimpfungen auffrischen. Prüfen Sie mit uns, ob Ihr Kind beim Kinderimpfprogramm auf dem aktuellen Stand ist. Gerade Masern kommen in vielen Reiseländern noch vor – auch in Europa. Ein vollständiger MMR-Schutz ist deshalb oft die wichtigste einzelne Reisevorbereitung.

Schritt 2 – zielabhängige Reiseimpfungen. Je nach Land, Reisestil und Alter kommen zum Beispiel infrage: - Hepatitis A – für die meisten Reisen außerhalb Europas/Nordamerikas sinnvoll; für Kinder ab dem 1. Geburtstag. - Typhus – vor allem für Indien, angrenzende Länder und Teile Südostasiens. - Gelbfieber – für bestimmte Länder in Afrika/Südamerika, teils Pflicht mit internationalem Impfnachweis. Diese Impfung gibt es nur an autorisierten Impfstellen und erst ab dem 9. Lebensmonat. - Je nach Reise auch Tollwut, Japanische Enzephalitis oder Meningokokken – und für Aufenthalte in Österreich und anderen Zeckengebieten FSME.

Wichtig: Gegen Malaria gibt es keine Reiseimpfung. Hier zählen Mückenschutz und – je nach Reiseziel – Medikamente, die wir separat besprechen. Reiseimpfungen sind in Österreich meist selbst zu zahlen (nicht im Gratis-Programm).

Praktisch: Vereinbaren Sie früh eine reisemedizinische Beratung. Bringen Sie den Impfpass und Ihre genaue Route mit. In Wien gibt es dafür unter anderem den reisemedizinischen Impfservice der Stadt (Klinik Favoriten) und spezialisierte Ordinationen. Für den Kinderteil und den Impfpass sind wir natürlich auch da. Sehr kleine Babys können manche Impfungen altersbedingt noch nicht bekommen – das nehmen wir bei der Planung mit.

Bei einem verschnupften Baby sind Kochsalz-Nasentropfen und vorsichtiges Absaugen die Mittel der Wahl – einfach, sicher und wirksam. Abschwellende Nasentropfen und ätherische Öle sind bei Säuglingen dagegen tabu bzw. nur nach ärztlicher Rücksprache erlaubt.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen: bei Atemnot – sichtbare Einziehungen zwischen oder unter den Rippen, Nasenflügeln, angestrengte Atmung, Atempausen oder blaue Lippen. Das kann eine tiefere Atemwegsinfektion sein (z. B. RSV/Bronchiolitis), besonders bei jungen Säuglingen.

Direkt in eine Kinderambulanz fahren: ein Baby unter drei Monaten mit Fieber ab 38,0 °C (rektal gemessen).

Am selben Tag bei uns melden, wenn Ihr Baby

  • wegen der verstopften Nase nicht mehr richtig trinkt oder
  • deutlich weniger nasse Windeln hat als sonst.

So helfen Sie zu Hause

  • Kochsalz-Nasentropfen (physiologische Kochsalzlösung 0,9 %) – ein paar Tropfen pro Nasenloch, gern kurz vor dem Trinken. Sie lösen den Schleim und haben keine Nebenwirkungen.
  • Danach mit einem Nasensauger sanft absaugen – wenig Sog, kurz, am äußeren Nasenloch.
  • Oberkörper leicht erhöht lagern; immer wieder stillen bzw. Flüssigkeit anbieten.
  • Raumluft nicht zu trocken halten: lüften, das Zimmer nicht überheizen.

Nur nach Rücksprache mit uns

Abschwellende Nasentropfen (z. B. mit Xylometazolin) kommen bei Säuglingen höchstens in der speziellen Säuglings-Konzentration, nur kurz und nur nach Rücksprache infrage. Normale Erwachsenen-Präparate können bei Babys gefährlich überdosiert sein.

Nicht verwenden: Ätherische Öle (Kampfer, Menthol/Pfefferminz, Eukalyptus) sind bei Kindern unter zwei Jahren zu meiden – als Einreibung, Bad, im Zerstäuber oder zum Inhalieren. Schon wenige Tropfen im Nasen-Rachen-Raum können einen Kehlkopfkrampf und Atemstörungen auslösen.

Warum die Nase beim Baby so wichtig ist: Säuglinge atmen in den ersten Monaten fast nur durch die Nase. Ist sie verstopft, fällt vor allem Trinken und Schlafen schwer. Ein einfacher Schnupfen mit klarer Nase, bei dem Ihr Baby sonst gut trinkt und fit ist, darf zu Hause auskuriert werden – melden Sie sich, wenn Sie unsicher sind.

Außerhalb der Öffnungszeiten: Kinder unter einem Jahr gehören direkt in die nächste Kinderambulanz, nicht zum Ärztefunkdienst 141; bei Unsicherheit berät die Gesundheitsberatung 1450 rund um die Uhr. Bei Lebensgefahr 144.

Die meisten Hustenerkrankungen bei Kindern sind harmlos und klingen von selbst wieder ab. Entscheidend ist nicht, wie laut oder schlimm der Husten klingt, sondern wie Ihr Kind atmet und wie es ihm insgesamt geht.

Achten Sie besonders auf die Phasen zwischen den Hustenanfällen: Atmet es ruhig? Trinkt es? Ist es ansprechbar und weitgehend wie sonst?

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen:

  • Atemnot: sichtbare Einziehungen zwischen oder unter den Rippen oder am Hals, Nasenflügeln, Stöhnen, deutlich angestrengte Atmung oder Atempausen;
  • ein Kind, das vor Atemnot kaum noch sprechen, trinken oder weinen kann;
  • bläuliche Lippen oder Haut;
  • ein auffällig teilnahmsloses Kind, das sich kaum wecken lässt oder nicht mehr richtig reagiert;
  • ein raues, ziehendes Einatemgeräusch (Stridor) schon in Ruhe – nicht nur beim Weinen – oder keine Besserung, wenn Sie Ihr Kind aufrecht beruhigen und an kühle, frische Luft bringen;
  • Verdacht, dass Ihr Kind beim Essen oder Spielen etwas eingeatmet hat und plötzlich heftig hustet, würgt oder keine Luft bekommt.

Direkt in eine Kinderambulanz fahren:

  • ein hustendes Baby unter drei Monaten mit Fieber ab 38,0 °C.

Verschlechtert sich der Zustand rasch oder ist ein sicherer Transport nicht möglich, rufen Sie die Rettung 144 beziehungsweise 112.

In unserer Ordination untersuchen lassen:

  • Husten mit Fieber und schlechtem Allgemeinzustand – Ihr Kind trinkt kaum, wirkt schlapp oder auffällig müde. Heute noch vorbeischauen.
  • Husten und Fieber, das länger als 2 Tage anhält;
  • bellender Husten mit Heiserkeit (Pseudokrupp), solange keines der oben genannten Notfallzeichen vorliegt;
  • neu aufgetretene pfeifende Atmung ohne akute Atemnot;
  • wiederholte Bronchitiden oder Lungenentzündungen;
  • akuter Husten, der nach 7 Tagen keine Tendenz zur Besserung zeigt;
  • Husten, der länger als vier Wochen anhält.

Sie können Ihr Kind meist zu Hause beobachten, wenn es:

  • ruhig und ohne sichtbare Anstrengung atmet,
  • eine normale Hautfarbe hat,
  • zwischen den Hustenanfällen wach und ansprechbar ist,
  • ausreichend trinkt,
  • insgesamt nicht schlechter wird.

Ein lauter oder nachts besonders starker Husten ist allein noch kein Warnzeichen, solange es Ihrem Kind zwischen den Hustenanfällen gut geht (siehe auch unseren Blog dazu).

Was zu Hause helfen kann:

  • Kochsalz-Nasentropfen nasal und vorsichtig mit einem Nasensauger absaugen,
  • regelmäßig Flüssigkeit anbieten,
  • ab dem 13. Lebensmonat: ein Teelöffel Honig vor dem Schlafengehen.

Kein Honig für Kinder unter einem Jahr.

Wenn Sie unsicher sind:

  • Während unserer Öffnungszeiten: Rufen Sie uns in der Ordination an.
  • Für eine telefonische Einschätzung rund um die Uhr: Gesundheitsberatung 1450.
  • Außerhalb unserer Öffnungszeiten: Ärztefunkdienst 141 – nachts von 19 bis 7 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ganztägig.

Für Babys unter einem Jahr:

Brauchen Sie außerhalb unserer Öffnungszeiten ärztliche Hilfe, fahren Sie bitte direkt in eine Kinderambulanz. Der allgemeine Ärztefunkdienst ist nicht auf die Untersuchung von Säuglingen ausgerichtet.

Bei Lebensgefahr rufen Sie sofort die Rettung unter 144.

Meist ist Abwarten das Bessere. Bei Kindern konnte kein Hustensaft belegen, dass er die Krankheit verkürzt – anders, als oft von Erwachsenen angenommen. Weil ein Nutzen fehlt, ein Risiko für Nebenwirkungen aber bleibt, wurde die Empfehlung für Hustensäfte aus den Atemwegs-Leitlinien gestrichen.

Was tatsächlich hilft, ist unspektakulär: viel trinken, damit der Schleim flüssig bleibt, feuchte Raumluft und etwas Geduld. Ab dem ersten Geburtstag kann etwas Honig den Hustenreiz lindern – darunter nicht, wegen der Gefahr eines Säuglingsbotulismus.

Bei quälendem trockenem Reizhusten kann der Wirkstoff Noscapin kurzzeitig versucht werden. Er gilt als vergleichsweise sicher, die Datenlage zur Wirksamkeit ist aber bescheiden. Deshalb nur nach Rücksprache mit uns und – vorsichtiger als die Zulassung – am ehesten erst ab dem ersten Geburtstag.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen, wenn Ihr Kind akute Atemnot hat – sichtbare Einziehungen, angestrengte Atmung oder blaue Lippen. Näheres in der Frage „Mein Kind hustet“.

Heute in unserer Ordination vorstellen, wenn Ihr Kind

  • hoch fiebert (ab etwa 39 °C) und schlapp ist oder
  • der Husten nicht abklingt.

Warum Husten oft ein sinnvoller Reflex ist und was wirklich hilft, lesen Sie ausführlich in unserem Blogbeitrag zum Thema Husten.

Nein. Kampfer, Menthol und Eukalyptus haben bei Kindern unter zwei Jahren nichts verloren – weder als Einreibung im Gesicht noch zum Inhalieren; auch nicht als fertige Erkältungssalbe oder -balsam zum Einreiben, die genau diese Stoffe enthält. Was bei Erwachsenen wohltuend wirkt, kann bei kleinen Kindern einen Stimmritzenkrampf bis zum Atemstillstand auslösen. Schon kleine Mengen an Nase oder Gesicht können reichen. Es geht nicht um „empfindliche Haut“, sondern um die Atmung – darum das klare Nein.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen, wenn Ihr Kind nach Kontakt mit solchen Ölen Atemprobleme, einen Hustenanfall oder eine Bewusstseinstrübung zeigt.

Bei Verschlucken oder Vergiftungsverdacht ohne akute Atemnot hilft die Vergiftungsinformationszentrale rund um die Uhr: 01 406 43 43.

Für die verstopfte Nase reichen im Baby- und Kleinkindalter Kochsalztropfen und feuchte Raumluft völlig aus.

Achten Sie zuerst darauf, wie Ihr Kind in Ruhe atmet.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit), wenn:

  • beim Einatmen ein raues, ziehendes Geräusch (Stridor) schon in Ruhe hörbar ist – nicht nur beim Weinen oder Anstrengen;
  • Ihr Kind Atemnot hat – sichtbare Einziehungen, angestrengte Atmung, Nasenflügeln;
  • Lippen oder Haut blass bis bläulich werden;
  • Ihr Kind auffällig teilnahmslos wird, nicht mehr trinken oder schlucken kann oder stark speichelt.

Sind diese Zeichen nicht dabei, ist Pseudokrupp meist gut beherrschbar. Bleiben Sie vor allem ruhig – Aufregung verstärkt die Atemnot. Nehmen Sie Ihr Kind aufrecht auf den Arm und beruhigen Sie es. Gehen Sie dann gemeinsam an kühle, feuchte Luft: ans offene Fenster, in die kühle Nachtluft oder ins kühle Vorzimmer. Lassen Sie Ihr Kind ruhig weiter trinken.

Bringt das keine rasche Besserung oder macht Ihnen die Atmung Sorgen, stellen Sie Ihr Kind noch am selben Tag ärztlich vor. Falls nötig, geben wir Kortison – eine einmalige Gabe lindert den Pseudokrupp zuverlässig.

Treten die oben genannten Zeichen auf oder kehren sie zurück, gilt sofort wieder: Rettung 144.

Der bellende Husten mit Heiserkeit (robben- oder hundeartig) kommt typisch plötzlich am Abend oder in der Nacht, oft mit leichtem Fieber, und ist fast immer viral und harmlos. Er kann sich über ein, zwei Nächte wiederholen.

Außerhalb der Öffnungszeiten: Kinder unter einem Jahr direkt in die nächste Kinderambulanz, nicht 141; bei Unsicherheit 1450. Bei Lebensgefahr 144.

Sofort Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit) bei plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen mit hartem, brettartigem Bauch, Teilnahmslosigkeit oder grünem (galligem) Erbrechen — das kann ein Darmverschluss oder eine andere akute Bauch-Notlage sein.

Ein besonderes Bild verlangt dasselbe sofortige Handeln: die Darmeinstülpung (Invagination). Sie betrifft vor allem das erste Lebensjahr und tritt oft nach einem Infekt auf. Typisch sind plötzliche, wellenartige heftige Bauchschmerzen: Das Kind schreit schrill, zieht die Beinchen an und wird auffällig blass, oft mit Erbrechen. Ein himbeergeleeartiger, blutiger Stuhl ist ein spätes Alarmzeichen — warten Sie nicht darauf. Bringen Sie Ihr Kind bei diesem Bild sofort in die Kinderklinik. Oder rufen Sie die Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit). Früh erkannt lässt sich die Einstülpung oft ohne Operation lösen.

Noch am selben Tag ärztlich abklären lassen sollten Sie: anhaltendes Schreien mit angezogenen Beinen, Blut im Stuhl, wiederholtes Erbrechen, auffällige Blässe oder Schlappheit. Dasselbe gilt für Gewichtsverlust, Fieber zusammen mit Bauchschmerz und Schmerzen, die immer an derselben Stelle wiederkehren. Bei einem Säugling unter drei Monaten sind wir grundsätzlich vorsichtiger — stellen Sie ihn bitte niedrigschwellig vor.

Ein zweites Bild gehört ebenfalls noch am selben Tag abgeklärt: die Blinddarmentzündung (Appendizitis), vor allem bei Schulkindern (etwa 6–12 Jahre). Die Schmerzen beginnen oft um den Bauchnabel und wandern über Stunden in den rechten Unterbauch; dazu kommen Übelkeit, Appetitlosigkeit und leichtes Fieber. Typisch ist, dass jede Erschütterung wehtut — Hüpfen, Husten, Gehen. Solche zunehmenden, wandernden Bauchschmerzen sollten Sie noch am selben Tag abklären lassen, weil ein entzündeter Blinddarm mit der Zeit durchbrechen kann.

Erst wenn keines dieser Zeichen vorliegt, gilt die beruhigende Regel: Die meisten Bauchschmerzen bei Kindern sind rasch wieder vorbei. Dahinter stecken oft Verdauung, Blähungen, ein Magen-Darm-Infekt, Verstopfung oder auch Aufregung und Stress. Solange Ihr Kind zwischendurch spielt, isst und munter wirkt, dürfen Sie mit Ruhe, Wärme und etwas Zeit abwarten.

Außerhalb unserer Ordinationszeiten erreichen Sie den Ärztefunkdienst 141 oder die nächste Kinderambulanz. Und im Zweifel gilt: Melden Sie sich bei uns.

Achten Sie in erster Linie auf die Zeichen von Austrocknung – sie sind wichtiger als die Zahl der Durchfälle. Das sind: weniger als vier nasse Windeln in 24 Stunden, trockene Lippen und Mund, keine Tränen beim Weinen, eine eingesunkene Fontanelle oder auffällige Schlappheit/Teilnahmslosigkeit. Kommt eines dieser Zeichen dazu, lassen Sie Ihr Kind ärztlich abklären. Dasselbe gilt bei Blut im Stuhl und bei hohem Fieber (ab ~39 °C). Auch wenn der Durchfall länger als etwa eine Woche anhält oder sich nach zwei, drei Tagen nicht bessert, gehört er abgeklärt. Je jünger Ihr Kind, desto früher. Säuglinge unter drei Monaten stellen Sie bei Durchfall noch am selben Tag vor – besonders, wenn Fieber oder Erbrechen dazukommen. Sie trocknen schneller aus.

Meist steckt hinter Durchfall ein harmloser Magen-Darm-Infekt (Virus), der von selbst vergeht. Wichtiger, als den Durchfall zu „stoppen", ist, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Stillkinder werden einfach weiter gestillt. Ältere Kinder trinken in kleinen Schlucken oder löffelweise, mit kurzen Pausen dazwischen. Bei stärkerem Durchfall gibt es in der Apotheke eine Elektrolytlösung (ORL). Die lösen Sie nur in Wasser auf – nicht in Saft, Limonade oder Cola. Die Elektrolytlösung ist kein reines Wasser: Sie enthält die passenden Salze und ist deshalb auch bei jüngeren Säuglingen der richtige Weg; im Zweifel nach Rücksprache mit uns.

Verdünnte Cola, Fruchtsäfte oder Salzstangen sind zum Ausgleich ungeeignet – das Zucker-Salz-Verhältnis stimmt nicht und verstärkt den Durchfall eher. Rezeptfreie „Durchfall-Stopper" (z. B. Loperamid) sind für kleine Kinder nicht geeignet und gehören nicht in die Eigenbehandlung. Essen darf Ihr Kind, worauf es Appetit hat – eine strenge Diät ist nicht nötig.

Sofort Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit), wenn Ihr Kind:

  • nicht mehr trinkt und zunehmend teilnahmslos oder schwer erweckbar wird;
  • schwere Austrocknung zeigt: über viele Stunden keine nassen Windeln, eingesunkene Augen, eine kalte, fahl-grau marmorierte Haut, die auch beim Wärmen nicht rosig wird;
  • blutigen Durchfall mit hohem Fieber (ab ~39 °C) und deutlichem Krankheitsgefühl hat.

Außerhalb unserer Öffnungszeiten: Ärztefunkdienst 141 oder die nächste Kinderambulanz.

Rasch bzw. sofort ärztlich abklären lassen sollten Sie in diesen Fällen – hier gilt kein Abwarten: - Grünes (galliges) oder blutiges Erbrechen. Das kann auf einen Darmverschluss hindeuten. - Wiederholtes Erbrechen nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf. Besonders, wenn Ihr Kind dabei auffällig schläfrig, teilnahmslos oder verwirrt wirkt. - Jedes wiederholte Erbrechen bei einem Säugling unter drei Monaten. - Ihr Kind wird zunehmend schlapp, mag nicht mehr trinken oder zeigt Austrocknungszeichen: weniger nasse Windeln, trockene Lippen und Mund, keine Tränen, eingesunkene Fontanelle, Teilnahmslosigkeit.

Zwei besondere Warnbilder bei kleinen Kindern. Das erste ist zeitkritisch: Plötzliche kolikartige Bauchschmerzen mit schrillem Schreien, Anziehen der Beine, Blässe und dazwischen ruhigen Phasen können auf eine Darmeinstülpung hinweisen. Später kann evtl. himbeergeleeartiger Stuhl dazukommen. Betroffen ist vor allem das 1. Lebensjahr; möglich ist sie bis etwa 2 Jahre. Fahren Sie sofort in die Kinderklinik/Kinderambulanz. Oder rufen Sie die Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit). Warten Sie nicht ab. Das zweite Warnbild betrifft junge Säuglinge (etwa 2. bis 8. Lebenswoche): schwallartiges Erbrechen direkt nach den Mahlzeiten, wobei das Kind gleich wieder hungrig wirkt. Dahinter kann eine Magenpförtnerenge stecken. Sie gehört rasch untersucht – am besten noch am selben Tag.

Ansonsten hat ein Kind, das erbricht, meist einen harmlosen Magen-Darm-Infekt. Das Wichtigste ist dann dasselbe wie bei Durchfall: in kleinen Schlucken weiter Flüssigkeit anbieten. Beginnen Sie anfangs nur teelöffelweise, alle paar Minuten, damit der Magen nicht gleich wieder revoltiert. Steigern Sie die Menge langsam. Stillkinder werden weiter gestillt. Meist bessert sich das Erbrechen innerhalb von ein bis zwei Tagen. Medikamente gegen Erbrechen sind eine ärztliche Entscheidung und nichts für die Eigenbehandlung.

Harmloses Speien ist kein Erbrechen: Dass ein Baby in den ersten Monaten nach dem Trinken kleine Mengen spuckt oder aufstößt, ist normal. Der Schließmuskel am Mageneingang ist noch unreif, und oft wurde einfach zu viel Luft mitgetrunken. Solange Ihr Baby dabei gedeiht und zufrieden ist, ist das kein Grund zur Sorge. Echtes Erbrechen ist schwallartiger und größer in der Menge. Das Kind wirkt dabei oft angestrengt oder krank.

Sofort Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit), wenn:

  • das Erbrechen grün/gallig ist oder Blut enthält (möglicher Darmverschluss);
  • es nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf auftritt und Ihr Kind auffällig schläfrig, teilnahmslos oder verwirrt ist;
  • Ihr Kind nicht mehr trinkt und zunehmend teilnahmslos oder schwer erweckbar wird.

Außerhalb unserer Öffnungszeiten: Ärztefunkdienst 141 oder die nächste Kinderambulanz.

Eine längere Stuhlpause allein ist noch keine Verstopfung. Wir sprechen davon, wenn der Stuhl hart ist, der Stuhlgang wehtut oder Ihr Kind den Stuhl zurückhält.

Sofort in eine Kinderambulanz, wenn:

  • Ihr Kind grün oder gallig erbricht;
  • zur Verstopfung wiederholtes Erbrechen dazukommt;
  • der Bauch stark aufgebläht oder prall gespannt ist und Ihr Kind krank oder lethargisch wirkt;
  • Ihr Kind sehr starke oder rasch zunehmende Bauchschmerzen hat;
  • der Stuhl schwarz und teerartig ist (ohne dass Ihr Kind Eisentropfen nimmt) oder Blut mit dem Stuhl vermischt ist;
  • Ihr Baby schon in den ersten Lebenstagen kaum Stuhl absetzt und der Bauch dabei immer praller wird;
  • Ihr Baby Blut im Stuhl hat und dabei krank oder lethargisch wirkt oder einen geblähten Bauch hat;
  • in der Leiste oder am Hodensack eine Vorwölbung sichtbar ist, die sich nicht wegdrücken lässt.

Vereinbaren Sie einen Termin in der Ordination, wenn:

  • der Stuhlgang Ihrem Kind wehtut oder Blut außen am Stuhl, am Papier oder in der Windel ist;
  • Ihr Kind den Stuhl zurückhält oder Angst vor dem Klo hat;
  • Ihr Kind Schmierstuhl hat oder wieder einkotet;
  • Ihr Kind wieder einnässt, obwohl es trocken war, oder plötzlich viel häufiger aufs Klo muss;
  • die Verstopfung länger als zwei Wochen dauert oder sich trotz Ernährungsumstellung nicht bessert;
  • Ihr Kind dabei nicht zunimmt;
  • Ihr Kind schon in den ersten Lebenswochen harten Stuhl hatte;
  • der Stuhl wiederholt ungewöhnlich schmal und flach ist wie ein Band — besonders im ersten Lebensjahr.

Geht es um ein Baby im ersten Lebensjahr, sagen Sie das bitte gleich beim Anruf.

In den ersten Lebensmonaten

Viele Babys drücken, werden rot und weinen — und dann kommt weicher Stuhl. Das ist keine Verstopfung, sondern ein Baby, das Pressen und Loslassen erst zusammenbringen lernt. Bis etwa zum neunten Lebensmonat ist das normal und gibt sich von selbst.

Wie oft ein Baby Stuhl hat, schwankt stark: Nach etwa sechs Lebenswochen können voll gestillte Babys zehn Tage und länger ohne Stuhl bleiben. Solange er dann weich ist, Ihr Kind zufrieden wirkt und gut zunimmt, ist das normal. Eine echte Verstopfung ist beim voll gestillten Baby selten.

  • Kein Wasser, kein Tee, kein Saft, solange Ihr Baby nur Muttermilch oder Flaschennahrung bekommt.
  • Flaschennahrung richtig anrühren — nie zu konzentriert.

Ab etwa sechs Monaten

Manche Obstsorten machen den Stuhl von Natur aus weicher: Birne, Marille, Zwetschke und Pfirsich — altersgerecht zerdrückt, gerieben oder als Mus. Im Saft fehlen die Fasern, auf die es ankommt. Dazu Vollkorn im Brei und etwas Wasser zu den Mahlzeiten.

Im ersten Lebensjahr bitte nicht selbst abführen, sondern zur Kontrolle kommen.

Ab einem Jahr

Drei Dinge helfen:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Ballaststoffe sind die Pflanzenfasern in Getreide, Gemüse und Obst; sie machen den Stuhl weicher. Gute Quellen: Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Linsen, Bohnen und Erbsen sowie Himbeeren, Brombeeren, Kiwi und Brokkoli.
  • Weniger Milch und Süßigkeiten: Ab einem Jahr genügen ungefähr drei kleine Portionen Milchprodukte am Tag: ein kleines Glas Milch, ein Becher Joghurt, eine Scheibe Käse. Deutlich mehr macht satt und verdrängt den Appetit auf Gemüse, Obst und Vollkorn. Den Durst löscht Wasser, nicht Milch. Süßigkeiten machen ebenso satt — nicht vor den Mahlzeiten, nicht als Belohnung.
  • Kein Drängen am Töpfchen — ein Hocker unter den Füßen, damit die Knie höher sind als die Hüfte. Bieten Sie es ruhig an, am besten zweimal täglich etwa 20 bis 30 Minuten nach einer Mahlzeit. Fünf Minuten sitzen genügen.

Hat der Stuhlgang einmal stark wehgetan, will Ihr Kind das nie wieder und hält den Stuhl zurück — das sieht manchmal aus, als würde es drücken. Das ist kein Trotz, sondern Angst. Setzen Sie Ihr Kind deshalb bitte nicht unter Druck.

Lösen Sie den Stuhlgang nicht selbst aus — weder mit dem Fieberthermometer noch mit Zäpfchen oder Einläufen. Das kann verletzen und verstärkt die Angst.

Wenn es aussieht wie Durchfall

Hat sich viel Stuhl angesammelt, läuft weicher Stuhl an den harten Massen vorbei, bevor die sich lösen — über den Tag in kleinen schmierigen Mengen. Das ist kein Durchfall, sondern Schmierstuhl. Ihr Kind merkt es meist nicht und kann nichts dafür: keine Absicht, kein Rückschritt beim Sauberwerden.

Anders ist es, wenn Ihr Kind mehrmals täglich dünnen Stuhl hat und zwischendurch keine Verstopfung. Wirkt es dabei gesund und gedeiht gut, steckt oft etwas anderes dahinter — dazu „Mein Kleinkind hat ständig Durchfall, wirkt aber gesund“.

Die richtige Therapie

Bei einer länger bestehenden Verstopfung reichen ballaststoffreiche Ernährung, genug Flüssigkeit und Bewegung meist nicht. Macrogol ist dann in den Leitlinien das Mittel der ersten Wahl im Kindesalter — und eines der sichersten, die wir Kindern geben: Es wird nicht vom Körper aufgenommen, bindet im Darm Wasser und weicht den Stuhl auf. Der Darm gewöhnt sich nicht daran und wird auch nicht träge.

Bis der Stuhl weicher wird, dauert es meist einige Tage; dass am ersten Tag nichts passiert, ist normal. Hat sich viel angesammelt, kommt anfangs deutlich mehr, dazu Blähungen und ein unruhiges Kind; das lässt nach, sobald der Darm leer ist.

Die Behandlung dauert meist mehrere Wochen — nicht Tage. Genau hier scheitern viele Behandlungen. Sobald die ersten angestauten Stuhlmengen abgehen, ist die Windel voll, die Eltern denken „zu viel“ und geben weniger. Dann wird der Stuhl wieder hart, das Kind hat Schmerzen und hält zurück — alles fängt von vorne an.

Lassen Sie sich deshalb von uns einen Behandlungsplan erstellen und halten Sie sich daran.

Ausführlich, mit allen Schritten: Blogbeitrag — Link folgt

Die beruhigende Antwort zuerst: Wenn Ihr Kleinkind mehrmals täglich dünnen Stuhl hat, dabei aber gut gedeiht, normal trinkt und keine Austrocknungszeichen zeigt, steckt oft der harmlose „Kleinkinder-Durchfall" (Toddler's Diarrhea) dahinter. Dabei passiert die Nahrung den Darm einfach schneller. Nachts ist typischerweise Ruhe. Das Kind ist munter und nimmt zu – und das Ganze verwächst sich meist bis zum Schulalter von selbst. So unterscheiden Sie ihn vom akuten Magen-Darm-Infekt: Beim Kleinkinder-Durchfall ist das Kind munter. Beim Infekt kommen Krankheitsgefühl, oft Fieber oder Erbrechen dazu – und er dauert nur wenige Tage.

Über die Ernährung lässt sich viel steuern. Eine einfache Merkhilfe sind die „vier F" – als Orientierung gedacht, nicht als strenge Regel. Genug Fett: also Vollmilch statt fettreduzierter Milch. Normale Faser: Ballaststoffe weder sehr wenig noch übermäßig viel. Fruchtsaft und stark Gesüßtes deutlich reduzieren. Und nicht übermäßig viel Flüssigkeit über den Tag verteilt anbieten. Wichtig: Das gilt nur für diesen chronischen, harmlosen Kleinkinder-Durchfall beim gedeihenden Kind. Bei einem akuten Brechdurchfall ist es umgekehrt – da kommt es gerade auf reichliches Trinken bzw. die Elektrolytlösung an (siehe „Mein Kind hat Durchfall").

Ein verbreiteter Irrtum: Zahnen ist keine Erklärung für echten oder anhaltenden Durchfall. Zahnen kann mit wundem Zahnfleisch, Quengeln und vermehrtem Speichel einhergehen – aber nicht mit echtem Durchfall. Ein anhaltender Durchfall gehört unabhängig vom Zahnen betrachtet.

Trotzdem gehört jeder Durchfall, der länger als etwa vier Wochen anhält (dann spricht man von chronisch), einmal bei uns abgeklärt – so schließen wir seltenere Ursachen wie eine Zöliakie oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sicher aus. Aufmerksam werden sollten Sie, wenn Ihr Kind an Gewicht verliert oder auf der Wachstumskurve abfällt, wenn Blut im Stuhl ist, Bauchschmerzen oder Fieber dazukommen oder Austrocknungszeichen auftreten. Dann melden Sie sich bei uns.

Im Moment des Krampfes

  • Ruhe bewahren und bei Ihrem Kind bleiben – ein Fieberkrampf sieht dramatisch aus, hört aber meist nach 1 bis 3 Minuten von selbst wieder auf.
  • Vor Verletzungen schützen: Legen Sie Ihr Kind auf eine sichere, weiche Fläche (Boden, Teppich), räumen Sie harte Gegenstände weg, polstern Sie den Kopf. Halten Sie Ihr Kind nicht fest und unterbinden Sie die Zuckungen nicht.
  • Nichts in den Mund – weder Finger noch Löffel, Beißkeil, Wasser oder Medikamente. Ihr Kind kann die Zunge nicht „verschlucken“; Gegenstände im Mund verletzen nur.
  • Auf die Uhr schauen und die Dauer merken – das ist die wichtigste Information für uns bzw. die Rettung.
  • Nach dem Anfall in die stabile Seitenlage bringen (Atemwege frei). Dass Ihr Kind danach schläfrig, benommen oder „weggetreten“ wirkt, ist normal und kann eine Weile anhalten.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen, wenn:

  • der Krampf länger als 5 Minuten dauert,
  • es der erste Krampfanfall Ihres Kindes ist,
  • Ihr Kind Atemprobleme hat oder dauerhaft blau bleibt,
  • gleich ein weiterer Krampf folgt,
  • Ihr Kind danach nicht richtig aufklart / nicht wieder zu sich kommt.

Nach jedem Fieberkrampf in eine Kinderklinik oder Kinderambulanz – auch wenn der Anfall von selbst aufgehört hat und es Ihrem Kind wieder gut geht.

Dort wird die Fieberursache gesucht und unter anderem eine Hirnhautentzündung ausgeschlossen. Besonders wichtig ist das bei einem Säugling unter 12 Monaten, nach einem komplizierten Anfall (Erklärung unten) oder wenn Ihr Kind danach nur langsam aufklart. Ein Dauermedikament ist nach einem Fieberkrampf in aller Regel nicht nötig; neigt Ihr Kind zu wiederholten oder langen Anfällen, besprechen wir mit Ihnen ein Notfallmedikament für zu Hause.

Was Sie beobachten

Wie lange der Anfall dauert, ob er den ganzen Körper oder nur eine Seite betrifft, wie schnell Ihr Kind danach wieder zu sich kommt, und woher das Fieber kommt (Begleitsymptome).

Was ein Fieberkrampf ist

Ein Krampfanfall, der bei kleinen Kindern durch Fieber ausgelöst wird, ohne dass das Gehirn selbst entzündet oder erkrankt ist. Er betrifft etwa 2 bis 5 von 100 Kindern, fast immer zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 6. Lebensjahr, am häufigsten um das 2. Lebensjahr. So erschreckend er aussieht – ein einfacher Fieberkrampf ist in aller Regel harmlos und hinterlässt keine Schäden.

Wie gefährlich ist er wirklich?

Bei etwa 96 von 100 Kindern entwickelt sich in der Folge keine Epilepsie; das Risiko nach einem einfachen Fieberkrampf liegt nur wenig über dem aller Kinder. Ein einfacher Fieberkrampf erhöht die Sterblichkeit nicht und schadet nachweislich weder der Intelligenz noch der Entwicklung Ihres Kindes.

Man unterscheidet den einfachen Fieberkrampf vom komplizierten. Einfach heißt: generalisiert – der ganze Körper –, unter 15 Minuten, einmalig innerhalb von 24 Stunden. Kompliziert heißt: 15 Minuten oder länger, nur eine Körperseite betreffend, oder mehrfach am selben Tag. Der komplizierte gehört genauer abgeklärt, ist aber seltener. (Die 5-Minuten-Grenze oben betrifft nicht diese Einteilung, sondern ist die Schwelle, ab der Sie die Rettung rufen sollen.)

Sie haben nichts falsch gemacht.

Fiebersenker verhindern einen Fieberkrampf nicht – Sie müssen sich also keine Vorwürfe machen, das Fieber „nicht rechtzeitig gesenkt“ zu haben. Ein Fieberkrampf entsteht in vielen Fällen schon beim raschen Fieberanstieg, manchmal bevor Eltern das Fieber überhaupt bemerkt haben. Und die gute Nachricht: Nach dem 6. Geburtstag sind Fieberkrämpfe praktisch „ausgewachsen“.

Sofort Rettung 144 (Österreich) oder 112 (EU-weit) rufen, wenn Ihr Kind kurz nach dem Essen:

  • schwer atmet, pfeift, keucht oder anfallsartig hustet;
  • an Lippen, Zunge, Gesicht oder Hals anschwillt oder heiser klingt;
  • plötzlich blass, schlapp und teilnahmslos wird;
  • oder heftig erbricht und am ganzen Körper Quaddeln bekommt.

Das ist eine Anaphylaxie – die schwerste Form der allergischen Reaktion. Ein einziges dieser Zeichen reicht – bitte nicht abwarten. Bei Kindern ist die Atemnot das wichtigste Warnsignal. Eine schwere Reaktion kann auch ganz ohne Hautausschlag ablaufen.

Adrenalin-Autoinjektor anwenden (wenn verordnet):

  • Pen fest in die Außenseite des Oberschenkels drücken – notfalls durch die Kleidung. So lange halten, wie es die Anleitung Ihres Geräts vorgibt.
  • Im Zweifel lieber zu früh als zu spät. Zu spätes Spritzen ist die größte Gefahr.
  • Kind flach hinlegen, Beine leicht hoch. Bei Atemnot lieber aufrecht sitzen lassen. Nicht aufstehen oder ruckartig aufrichten.
  • Bei Bewusstlosigkeit oder Erbrechen: stabile Seitenlage.
  • Nach etwa 5 Minuten keine Besserung und ein zweiter Pen da? Zweite Dosis geben.
  • Immer ins Krankenhaus – auch wenn es schnell besser wird. Eine zweite Reaktion kann Stunden später kommen.

Die meisten Reaktionen sind harmlos

Die allermeisten allergischen Reaktionen sind nicht gefährlich. Typisch sind:

  • ein juckender Ausschlag, Rötungen oder einzelne Quaddeln,
  • manchmal Erbrechen oder Durchfall.

Oft zeigen sie sich erst beim wiederholten Kontakt mit einem Lebensmittel, nicht schon beim ersten Mal.

Sehen Sie solche Zeichen mehrmals beim selben Lebensmittel, klären wir das in Ruhe in der Ordination ab.

Rötung rund um den Mund ist meist harmlos: Nach Tomate, Erdbeere oder Zitrusfrüchten reizt die Fruchtsäure die Haut. Das bleibt örtlich begrenzt, juckt kaum und verschwindet von selbst in einer Viertelstunde. Aufmerksam werden Sie erst, wenn Quaddeln am ganzen Körper, Schwellungen, Atemprobleme oder – bei kleinen Kindern – eine solche Rötung samt Erbrechen dazukommen.

Meiden Sie die klassischen Allergene bewusst nicht – das beugt einer Allergie eher vor. Konkret heißt das:

  • Ei und Fisch: gut durcherhitzt ab Beikostbeginn regelmäßig anbieten.
  • Erdnuss: ja, aber nur weich als Mus oder Butter – niemals ganze Nüsse (Erstickungsgefahr).
  • Sonderfall Neurodermitis: Hat Ihr Baby ausgeprägte Ekzeme, besprechen Sie die Erdnuss-Einführung vorher mit uns.

Die guten Neuigkeiten zum Schluss

Kuhmilch- und Hühnereiallergien können sich im Lauf der Kindheit wieder zurückbilden:

  • Viele Kinder entwickeln schon in den ersten Lebensjahren eine Toleranz.
  • Wann das geschieht, lässt sich allerdings nicht zuverlässig vorhersagen.

Deshalb kontrollieren wir eine festgestellte Allergie regelmäßig – so meidet Ihr Kind kein Lebensmittel länger als nötig.

Rufen Sie sofort die Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit) oder fahren Sie umgehend in die nächste Kinderambulanz, wenn Ihr Kind nach dem Sturz eines dieser Zeichen zeigt:

  • bewusstlos war (auch nur kurz) oder ungewöhnlich schläfrig / schwer erweckbar / teilnahmslos ist
  • einen Krampfanfall hat
  • wiederholt erbricht (mehr als einmal) oder das Erbrechen zunimmt
  • zunehmende oder heftige Kopfschmerzen, eine Wesensänderung oder untröstliches, schrilles Schreien zeigt
  • ungleiche Pupillen, Sehstörungen, neu auftretendes Schielen oder eine Schwäche/Lähmung an Arm, Bein oder beim Gehen hat
  • Blut oder eine klare, wässrige Flüssigkeit aus Nase oder Ohr verliert
  • eine sichtbare Delle am Schädel hat oder – bei einem Baby unter 1 Jahr – eine große Beule/Schwellung (mehr als etwa 5 cm), vor allem seitlich oder am Hinterkopf, bzw. eine gespannte, vorgewölbte Fontanelle.

Ist Ihr Kind bewusstlos, schwer erweckbar, krampft es oder atmet es auffällig – fahren Sie nicht selbst, sondern rufen Sie 144; die Rettung kommt dann zu Ihnen. Warten Sie in diesen Fällen nicht ab.

Ist Ihr Kind auf den Kopf gefallen? Das ist für die Einschätzung wichtig. Eine Beule oder Schwellung am Kopf ist ein deutlicher Hinweis auf einen Aufprall. Haben Sie den Sturz nicht selbst gesehen oder sind Sie unsicher? Dann gehen Sie sicherheitshalber von einer Kopfbeteiligung aus. Beobachten Sie Ihr Kind besonders aufmerksam auf die oben genannten Zeichen.

Wie hoch war der Sturz? Ein Sturz aus dem Bett (etwa Körperhöhe) verläuft meist harmloser als ein Sturz vom Wickeltisch oder einer Kommode (oft doppelt so hoch, ab etwa 80 cm). Ist Ihr Kind aus Wickeltisch-/Kommodenhöhe gefallen oder jünger als 3 Monate? Dann lassen Sie es noch am selben Tag ärztlich anschauen – auch wenn es munter wirkt und kein Alarmzeichen zeigt. In diesen Fällen ist eine Beurteilung sinnvoll, auch ohne Warnzeichen.

Zeitnah in die Ordination – nicht als Notfall – gehört Ihr Kind außerdem in drei Fällen: Die Beule nimmt weiter zu, wird ungewöhnlich weich/prall oder bleibt sehr schmerzhaft. Ihr Kind klagt über anhaltende Kopfschmerzen. Oder es kommt Ihnen im Verhalten „nicht ganz richtig" vor, ohne dass ein Alarmzeichen von oben dabei ist. Sind Sie unsicher, ohne dass ein Alarmzeichen vorliegt? Außerhalb unserer Öffnungszeiten hilft dann auch die Gesundheitsberatung 1450 (rund um die Uhr) – die Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit) bleibt für die Alarmzeichen.

Ist Ihr Kind aus geringerer Höhe (z. B. aus dem Bett) gefallen und reagiert rasch wieder ganz wie gewohnt – wach und aufmerksam, bewegt Arme und Beine seitengleich, trinkt und spielt normal – und zeigt keines der oben genannten Zeichen? Dann ist der Sturz mit hoher Wahrscheinlichkeit glimpflich verlaufen. Die allermeisten Bett-Stürze gehen so aus. Sie dürfen Ihr Kind dann zu Hause beobachten – Sie müssen nicht automatisch ins Spital.

So beobachten Sie zu Hause: Kühlen Sie die Beule (Kühlpad in ein Tuch, nicht direkt auf die Haut). Halten Sie Ihr Kind ruhig und trösten Sie es. Beobachten Sie es die nächsten 24 bis 48 Stunden aufmerksam – gerade weil sich eine Verletzung im Kopf selten auch erst einige Stunden nach dem Sturz bemerkbar macht. In den ersten 24 Stunden sollte immer eine erwachsene Person bei Ihrem Kind bleiben. Ihr Kind darf dabei ruhig schlafen – Sie müssen es nicht ständig wecken. Schauen Sie aber zwischendurch, auch in der ersten Nacht ein- bis zweimal, ob es normal atmet und sich bei Berührung oder vorsichtigem Wecken wie gewohnt bemerkbar macht.

Bieten Sie Essen und Trinken wie sonst an. Ein einmaliges Erbrechen direkt nach dem Schreck kann vorkommen. Achten Sie darauf, ob es bei diesem einen Mal bleibt – wiederholtes Erbrechen gehört zu den Warnzeichen oben. Bei einem jungen Säugling melden Sie sich schon nach einmaligem Erbrechen kurz telefonisch bei uns.

Sorgen Sie für Ruhe: kein wildes Toben, kein zweiter Sturz. Gegen den Schmerz der Beule darf Ihr Kind bei Bedarf Paracetamol bekommen (Dosierung siehe unsere Frage zu Fiebersenkern); die Warnzeichen oben bleiben davon unberührt und lassen sich weiter beurteilen.

Zeigt sich während der Beobachtung eines der oben genannten Zeichen, gilt sofort wieder: Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit) bzw. nächste Kinderambulanz.

Zur Entlastung: Sie müssen sich keine Vorwürfe machen – solche Stürze passieren blitzschnell und den allermeisten Eltern einmal. Für die Zukunft zählt vor allem eines: einen Säugling nie unbeaufsichtigt auf einer erhöhten Fläche ablegen und immer eine Hand am Kind behalten. Je höher die Fläche, desto wichtiger – ein Wickeltisch ist besonders hoch; wenn möglich, wickeln Sie tief.

Rufen Sie sofort die Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit), wenn Ihr Kind eines der folgenden Zeichen zeigt. Rufen Sie nicht vorher woanders an. Die Zeichen: Ihr Kind bekommt schwer Luft oder hat blaue Lippen. Es ist bewusstlos oder nicht richtig erweckbar. Es hat einen Krampfanfall. Es ist nach einem Sturz auffällig schläfrig oder verändert. Es zeigt eine allergische Reaktion mit Atemnot oder Schwellung. Es blutet stark, und die Blutung lässt sich nicht stillen. Oder Ihr Säugling wirkt so krank, dass Sie ihn nicht mehr transportieren würden. Bei einem nicht transportablen Baby kommt die Rettung zu Ihnen.

Auch ohne diese Notfallzeichen gehören einige Situationen noch am selben Tag in ärztliche Hände – in die Ordination, außerhalb der Zeiten zum Ärztefunkdienst 141 oder in die Kinderambulanz. Dazu zählen: Fieber bei einem Baby unter 3 Monaten – immer, und nicht bis zum nächsten Tag warten. Deutliche Austrocknungszeichen bei Durchfall oder Erbrechen, also trockene Lippen, kaum nasse Windeln, ein teilnahmsloses Kind. Ein weißer oder entfärbter Stuhl. Und jeder Zustand, der sich zusehends verschlechtert.

Für alles andere gilt eine einfache Faustregel: Das kranke, aber nicht lebensbedrohlich betroffene Kind ist bei uns in der Ordination am besten aufgehoben. Dort geht es erfahrungsgemäß schneller und ruhiger zu als in einer Spitalsambulanz. Zugleich bleiben die Ambulanzen für die echten Notfälle frei. Sie müssen also nicht bei jedem Fieber oder jeder Sorge ins Krankenhaus.

So finden Sie den richtigen Weg.

Tagsüber, zu unseren Öffnungszeiten: die Ordination. Fieber, Infekte, Ausschläge, Bauchweh, kleinere Verletzungen, Unsicherheit – rufen Sie uns an. Akute Fälle sehen wir am selben Tag. Ein kurzer Anruf vorab hilft, den passenden Termin zu finden.

Abends, nachts, am Wochenende oder am Feiertag, wenn es dringend ist, aber kein Notfall: der Ärztefunkdienst 141. Das ist der ärztliche Bereitschaftsdienst. In Wien ist er abends ab 19 Uhr im Einsatz, dazu das ganze Wochenende und an Feiertagen. Er kommt auch zu Ihnen nach Hause.

Sie sind unsicher, ob Warten reicht oder ob es ins Spital muss: die Gesundheitsberatung 1450. Sie ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos. Dort wird gemeinsam mit Ihnen eingeschätzt, wie dringend es ist. Das ist der bessere erste Griff zum Telefon als stundenlanges Googeln.

Ihr Kind muss noch heute ärztlich versorgt werden, und wir haben geschlossen: die Kinderambulanz. Zum Beispiel bei Verdacht auf einen Knochenbruch, bei anhaltendem Erbrechen mit Austrocknung oder nach einem Kopfsturz mit Warnzeichen. Wiener Kinderambulanzen gibt es unter anderem am St.-Anna-Kinderspital, im AKH, in der Klinik Ottakring und in der Klinik Favoriten.

Bei Verdacht auf Vergiftung – Medikamente, Reinigungsmittel, Pflanzen: die Vergiftungsinformationszentrale 01 406 43 43. Sie ist rund um die Uhr erreichbar. In vielen Fällen lässt sich schon am Telefon klären, ob überhaupt eine Gefahr besteht. Nehmen Sie dafür die Verpackung zur Hand.

Die kurze Antwort: Notfallzeichen → sofort 144 (Österreich) / 112 (EU-weit). Dringend, aber kein Notfall → Ordination bzw. 141. Unsicher → 1450 anrufen. Im Zweifel melden Sie sich lieber einmal zu früh bei uns als zu spät – dafür sind wir da.

Das richtet sich nach der Dringlichkeit — diese Stufen helfen Ihnen bei der Einordnung, das Dringlichste zuerst:

1. Echter Notfall — Ihr Kind ist bewusstlos, atmet nicht richtig, krampft, hat schwerste Atemnot oder eine schwere allergische Reaktion: Sofort Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit). Keine Minute mit Anrufen bei uns verlieren.

2. Verschluckte oder vermutlich verschluckte Knopfzelle (Knopfbatterie) — eigener Notfall, nicht erst anrufen: Bleibt eine Knopfzelle in der Speiseröhre stecken, kann sie schon innerhalb von etwa 2 Stunden schwere Verätzungen verursachen. Fahren Sie deshalb bei jedem Verdacht sofort in die nächste Kinderklinik/Kinderambulanz — oder rufen Sie die Rettung 144 (Österreich) / 112 (EU-weit). Warten Sie nicht ab. Rufen Sie auch nicht erst die Giftberatung an. Als Überbrückung auf dem Weg in die Klinik kann Honig die Verätzung verlangsamen. Das gilt nur für ein Kind ab 12 Monaten, das wach ist und sicher schlucken kann: alle 10 Minuten 2 Teelöffel (10 ml) Honig, höchstens 6 Gaben. Voraussetzung: Der Honig ist sofort griffbereit, und die Fahrt wird dadurch nicht verzögert. Kein Honig unter 12 Monaten (Botulismus). Kein Honig bei Schluckstörung oder Erbrechen (Verschluckungsgefahr). Danach nichts mehr essen oder trinken. Kein Erbrechen auslösen.

3. Verdacht auf andere Vergiftung (Medikamente, Putzmittel, Pflanzen): Rufen Sie die Vergiftungsinformationszentrale 01 406 43 43 an — rund um die Uhr. Sie sprechen dort direkt mit toxikologisch geschulten Ärztinnen und Ärzten.

4. Krank, und es kann nicht bis zur nächsten Ordinationszeit warten — aber kein 144-Fall: Rufen Sie die Gesundheitsberatung 1450 oder den Ärztefunkdienst 141 an. In Wien laufen beide Nummern nachts und am Wochenende ohnehin zusammen. Dort schätzt geschultes Personal die Lage ein und lotst Sie zum richtigen Ort — Hausbesuch, Ambulanz oder beruhigtes Abwarten bis zum Morgen. Wenn Ihr Kind direkt gesehen werden muss, ist die nächstgelegene Kinderambulanz der richtige Ort — für unsere Gegend üblicherweise die Klinik Favoriten.

Alles, was warten kann, schreiben Sie uns am besten per E-Mail an praxis@meinkinderarzt.wien — oder sprechen Sie es auf unsere elektronische Sprachanlage. Wir hören die Nachrichten meist innerhalb weniger Minuten ab und antworten noch am selben Tag, oft in derselben Stunde. Was außerhalb der Ordinationszeiten aufgesprochen wird, beantworten wir vor Ordinationsbeginn. Auch der interne Patienten-Chat auf latido.at ist möglich. Weil Latido dafür aber keine automatische Eingangsbenachrichtigung verschickt, empfehlen wir für die Kontaktaufnahme die E-Mail. Für sehr dringende oder diskrete Anliegen sind wir natürlich auch telefonisch erreichbar. Akuttermine vergeben wir meist noch am selben Tag.